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Donnerstag, 13.12.2018

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Forchheimer Blues-Legende serviert einen intensiven Live-Genuss

Neue CD der Keller Mountain Blues Band: „Keep ’em coming!“ — Die Scheibe wird beim Konzert im Jungen Theater am Samstag vorgestellt - 03.01.2012 17:40 Uhr

Die neue CD der Keller Mountain Blues Band: „Keep ’em coming!“Repro: NN


Die Keller Mountain Blues Band müsste eigentlich längst umbenannt werden in Soul, Funk und Blues Band. Zwar kommt gerade auf der neuen CD auch der Blues wieder zu Ehren.

Doch das weitaus meiste Material wurde der Geschichte des Soul entlehnt. Von Stevie Wonder und Johnny Guitar Watson über Lionel Richie bis zu Randy Newman und Christopher Cross reicht das Repertoire.

„One beer too much“

Die Band in Forchheim vorzustellen hieße, Bratwürste nach Franken zu tragen. Doch findet sich auf der Platte eine Rarität, die sicher noch nicht allzu viele Fans kennen: „One beer too much“ heißt der Blues aus der Feder der Gitarristen Rainer Adebahr und Thomas Langguth.

Schon 20 Jahre alt

Mindestens 20 Jahre alt ist das Stück, erzählt Langguth. Es handelt von einem typischen Forchheimer, der schwermütig in seiner Stammkneipe hockt, es könnte auch ein Keller sein, und der nach einem Bier zu viel plötzlich meint, er kann seinen gefühlten Nebenbuhler aufs Kreuz legen.

Die Geschichte geht schlecht aus, sonst wäre sie kein Blues. Aber der Hörer empfindet dabei höchsten Genuss. Adebahr und Langguth spielen sich auf den Saiten ihrer Gitarren die Bälle zu, Langguth jault wie ein getroffener Hund.

Einmal, sagt Langguth, hatten sie das Stück schon mal im Programm. Aber das ist lang her. Nun ist es plötzlich wieder aufgetaucht und das ist gut so.

Guter Wechsel

Gut ist auch der Wechsel in den Gesangsparts zwischen Alex Teubner und Nadin Albrecht. Während Teubner manchmal Joe Cocker vergessen macht (inklusive Knödel–Orgien), erinnert Nadin Albrecht im besten Sinne an die frühe Inga Rumpf (Frumpy, Atlantis).

Was die Keller Mountain besonders abhebt von reinen Coverbands ist nicht nur das Vermögen, anderer Leute Lieder nachzuspielen, sondern sie sich zu eigen zu machen. Durch das Arrangement, die Interpretation, die Leidenschaft, die einen aus jedem Ton anspringt.

Selbst James Brown lebt

Da klingt noch nicht mal das eigentlich zu Tode genudelte „Sex Machine“ von James Brown peinlich, sondern macht Lust auf mehr.

Zwölf Stücke enthält die CD, dazu ein 15-minütiges Medley am Schluss. Insgesamt 75 Minuten Live-Musik aus Forchheim, wie sie intensiver nicht sein könnte.

Die CD-Releaseparty findet am 7. Januar im Jungen Theater Forchheim um 20 Uhr statt. Die CD gibt es beim Konzert verbilligt, ab 9. Januar zu 15 Euro bei der Töpferei Kramer, Musik Bartl, Holzblasinstrumente Kramer und bei AlphaTecc. 

VON ULRICH GRASER

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