Mittwoch, 12.12.2018

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Forchheims Grüne fordern: Umsonst mit Bus und Bahn

Huber: "Wir möchten mutig vorangehen, aber nicht autofeindlich" - 06.12.2018 12:29 Uhr

Emmerich Huber (rechts) und Annette Prechtel (links) wollen mehr kostenlosen ÖPNV und mehr Bäume für Forchheim. Hier sind sie zusammen mit Parteichef Robert Habeck und der oberfränkischen Spitzenkandidatin Ursula Sowa bei einer Landtags-Wahlkampfveranstaltung auf dem Paradeplatz Anfang Oktober zu sehen. © Edgar Pfrogner


Sprecher Emmerich Huber hatte vorgeschlagen, die verlängerten Freiparkzeiten zur Adventszeit abzuschaffen und stattdessen vermehrt auf den ÖPNV zu setzen. Grund für diese Haltung ist die für Huber teils chaotische Parksituation in der Innenstadt, auch wegen der Brötchentaste. „Wir müssen die Brötchentaste aufheben oder verkürzen und den Verkehr in die zwei Parkhäuser lenken“, erklärte er am Stammtisch. In Forchheim herrsche zur Zeit das Motto: „Raus aus dem Parkhaus, rein in die Innenstadt“.

Ein im Planungsausschuss bereits diskutiertes Verkehrskonzept soll helfen. „Darin können wir unsere Vorstellungen äußern“, meinte Stadtrats-Fraktionsvorsitzende Annette Prechtel. Vor allem in der Hornschuchallee sei die Verkehrssituation stets angespannt, laut Prechtel kämen Busse nur schwer durch die Straße.

Damit die Besucher auch mal das Auto zuhause stehen lassen, bringen die Grünen einen verbilligten oder kostenlosen ÖPNV ins Spiel. Ein Konzept, das vorerst an den Adventssamstagen erprobt werden könnte. In Fürth wird das bereits praktiziert, dort fahren die Besucher an den vier Samstagen vor Weihnachten kostenlos mit Bus und Bahn.

Für Diskussionsteilnehmer Rainer Thieme wäre das eine Möglichkeit, die Menschen zur Nutzung des ÖPNV zu animieren. Der Kersbacher hat die Erfahrung gemacht, dass in den Bussen am Abend nur sehr wenig Menschen von Kersbach aus in die Stadt fahren. „Wir müssen das Konzept versuchen und sehen, war für eine Reaktion es gibt“, sagte Thieme.

Emmerich Huber kann sich vorstellen, einen Arbeitskreis zu dem Thema zu gründen. Annette Prechtel wünscht sich zudem ein „ordentliches Parkleitsystem“ für Forchheim. „Wir möchten mutig vorangehen, aber nicht autofeindlich“, ergänzte Huber.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die mögliche Photovoltaik-Anlage auf dem Königsbad-Parkplatz. Dort sollen die Parkplätze überdacht werden und mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden – die Bäume auf dem Parkplätz müssten dazu jedoch weichen.

Mehr Bäume pflanzen

Für Prechtel ein No-Go. Sie bezeichnet den Königsbad-Parkplatz als einen der wenigen Orte, der gut begrünt sei. Forchheim solle mehr Bäume pflanzen, anstatt die bestehenden Bäume zu fällen. Sie forderte von der Stadt eine Machbarkeitsprüfung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern städtischer Liegenschaften. Emmerich Huber stimmte Prechtel zu: „Innerstädtisch eine Freiflächen-PV-Anlage zu bauen, ist einfach Schwachsinn“, erklärte er.

Die vielen Wahlplakate im Stadtgebiet haben die Gemüter der Lokalpolitiker erhitzt. Huber kreidete die massive Plakatierung vor allem an den Einfallsstraßen an: „Da hast du den Eindruck: Hier ist die AfD.“ Die Grünen möchten deshalb nun das Gespräch mit den Stadtratsfraktionen suchen, um die Zahl der Plakate zu limitieren oder die Flächen einzugrenzen. 

Julian Hörndlein

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