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Gras wird zu Strom

Pflanzen aus Ökolandbau liefern ab sofort Energie - 30.07.2012 10:00 Uhr

Stehend von links: Thorsten Glauber (MdL), Sebastian Schwarzmann (2. Bürgermeister), Christoph Thoss und Baptist Behr (Geschäftsführer) bei der offiziellen Einweihung der Biogasanlage in Schlammersdorf.

Stehend von links: Thorsten Glauber (MdL), Sebastian Schwarzmann (2. Bürgermeister), Christoph Thoss und Baptist Behr (Geschäftsführer) bei der offiziellen Einweihung der Biogasanlage in Schlammersdorf. © Alexander Hitschfel


Der große Vorteil von Biogas für angestoßene Energiewende liegt für Christof Thoss, Geschäftsführer der Naturstrom AG, klar auf der Hand. „Biogas ist speicherbar und somit eine flexible Ergänzung zu Wind- und Sonnenstrom“, so Thoss.

Gerade im ländlichen Bereich fördern solche Projekte die regionale Wertschöpfung und sichern so auch Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Mit der Biogasanlage, an der neben den Landwirten die Naturstrom AG als Investor beteiligt ist, geht die Investorengemeinschaft außergewöhnliche Wege. Vergoren wird nämlich ausschließlich Kleegras, das im Rahmen der Fruchtfolge des Ökolandbaus zur Bodenverbesserung angebaut wird, sowie weitere Gräser und Zwischenfrüchte, sowie Mist und Gülle.

Auf den viel diskutierten Einsatz von Mais wollen die Projektpartner aber bewusst verzichten. Aber nicht nur bei der Substratauswahl wurde auf Nachhaltigkeit geachtet, sondern der Behälter, in dem die Biomasse vergärt, kommt ohne Rührwerk aus, was dazu führt, dass der Eigenstrombedarf der Anlage im Vergleich zu anderen Anlagen deutlich niedriger ausfällt.

Außerdem garantiert der Standort im Schlammersdorfer Gewerbegebiet kurze Anfahrtswege zu den Substratquellen, was sich ebenfalls positiv

auf die Kohlendioxid-Bilanz auswirkt. Das eingebaute Blockheizkraftwerk, in dem die Umwandlung des Gases in Strom stattfindet, erzeugt mit seiner elektrischen Leistung von 250 Kilowatt pro Jahr fast zwei Millionen Kilowattstunden sauberen Strom — genug um rund 580 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Geplant ist der Aufbau eines Nahwärmenetzes, um mit der bei der Stromerzeugung anfallenden Wärme die benachbarten Gewerbebetriebe zu versorgen und damit die Effizienz der Anlage weiter zu erhöhen. Am Beispiel dieses Projektes zeigt sich, dass die Energiewende hin zu einer dezentralen Versorgung auf Basis Erneuerbarer Energien große Chancen bietet.

Dies sah bei der offiziellen Begrüßungsrede nicht nur der 2. Bürgermeister der Gemeinde Hallerndorf, Sebastian Schwarzmann so, sondern auch Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber (FW). Dieser zeigte sich erfreut darüber, dass dies in der Gemeinde Hallerndorf die dritte Biogasanlage sei und man mit dem kompensierten erzeugten Energievolumen nun die Gemeinde „energieautark“, also praktisch unabhängig von den großen Stromanbietern, gemacht habe. Im Rahmen des Biogasfestes konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger einmal näher über die Anlage informieren, eine Spritztour im Elektroauto oder mit dem Elektrofahrrad unternehmen. Die Naturstrom AG ist seit 2004 in Forchheim mit einer Niederlassung ansässig. Am Standort sind 30 Mitarbeiter beschäftigt. 

ALEXANDER HITSCHFEL

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