Donnerstag, 15.11.2018

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Hat Forchheim ein Sauberkeitsproblem?

NN-Leser beklagen sich über zunehmende Vermüllung in der Stadt - 09.11.2018 14:00 Uhr

Müll neben dem Müll, Plastikabfall im Sandkasten: Mehrere solcher Fotos haben NN-Leser an die Redaktion geschickt. Bauhofleiter Klaus Bartosch hat mit den Folgen der To-Go-Gesellschaft zu kämpfen. © Fotos: privat


"Ich kann nicht mehr machen, als immer wieder wegräumen lassen", sagt Klaus Bartosch, der sich als Amtsleiter des Forchheimer Bauhofs auch um die Sauberkeit im Stadtgebiet zu kümmern hat. Kein Tag vergehe, dass nicht entsetzte Bürger und verärgerte Gassigeher bei ihm im Büro anriefen und ihrem Ärger über den Müll Luft machten. Mit dem Besen, so erzählt, sei ein Anwohner auf die Milkabrücke gegangen und habe dort die Glasscherben weggefegt.

Knapp 800 000 Euro nimmt die Stadt Jahr für Jahr in die Hand, um Forchheim sauber zu halten, das rechnete Bartosch den Stadträten des Haupt-, Personal- und Kulturausschusses des Stadtrats bereits Anfang des Jahres vor. Gehsteige und Straßen werden gekehrt, Papierkörbe müssen geleert werden, oftmals auch außerhalb des Turnus, weil immer mehr Menschen ihren Hausmüll in die öffentlichen Papierkörbe entsorgen. Wöchentlich werden so 630 Papierkörbe geleert. Zwei große Kehrmaschinen kehren etwa 320 Kilometer Straße in der Woche, zwei kleine Kehrmaschinen sind auf Rad- und Gehwegen etwa 80 Kilometer pro Woche unterwegs.

Dass die To-Go-Gesellschaft ihre Verpackungen und ihren Unrat einfach so auf die Straße und in die Grünanlage kippt, "dass beobachten wir schon seit ein paar Jahren", so Bartosch. Besonders an den Wochenenden sei die Vermüllung besonders groß: "Die Leute denken sich gar nichts dabei", schiebt er nach. In der Bahnhofs-Unterführung sei man quasi unentwegt damit beschäftigt, "den groben Müll wegzumachen", das heißt, aufzukehren. Dass zahlreiche Vereine und auch Schulklassen regelmäßig zum "Rama-Dama" aufrufen und zusätzlich für Ordnung im Stadtgebiet sorgen, weggeworfene Kaugummis aufsammeln ebenso wie leere Kaffeebecher und Brotzeit-Tüten, das sei zwar löblich, aber schlussendlich keine Lösung des Problems.


Mehr Personal hat Bartosch deswegen beantragt, Ende des Jahres will er einen Folgebericht zum Thema Sauberkeit den Stadträten vorlegen, um für die Haushaltsberatungen 2019 entsprechende Mittel bereit zu stellen. Denn Bartosch ist sich sicher: "Weniger Müll wird’s nicht."

Was die Forchheimer Stadträte zum Müllproblem in der Stadt sagen lesen Sie hier. 

BIRGIT HERRNLEBEN

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