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In Ergänzung zu einer bestehenden Hecke am Bach entlang pflanzten sie jetzt neue Büsche auf dem Flurteil „Großwiesn“. Ulm stellte dazu ein Grundstück aus Privatbesitz zur Verfügung. Noch ist von der Aktion außer Pflöcken mit roten Bändern nicht viel erkennbar. Im Frühjahr werden dort, so das Wetter mitspielt, Hartriegel, Schlehen, Heckenrosen, wilde Zwetschgen und andere heimische Pflanzen sprießen.
Heimisch im wahrsten Sinn des Wortes, wurden doch die Setzlinge als Ableger aus den bestehenden Büschen herausgenommen und verpflanzt. Mit Sorge betrachtet Jagdpächter Freund seit längerem die Veränderung der ehemals vielfältigen Kulturlandschaft. Ein Großteil der Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt musste der Intensivierung der Landwirtschaft weichen.
Mehr und mehr würden Energiepflanzen wie Raps und Mais angebaut und im Herbst die Flur abgeräumt. Viele schöne Obstgärten, Wiesen und Hecken seien verschwunden. So sei der Niederwildbesatz im Revier in dieser Zeit dramatisch zurückgegangen. Feldhasen, Fasan und Rebhuhn würden seit Jahren nicht mehr bejagt, dennoch habe sich die Situation nicht gebessert.
„Unser Wild braucht Lebensräume mit ausreichender Deckung wie Hecken, Altgras und Blühflächen zum Überleben. Dies gilt auch für Insekten und Vogelwelt“, betont der Fachmann. Zwischen den Feldern einen Randstreifen stehen lassen, auf dem Gräser und Kräuter wachsen können, nennt er eine Möglichkeit.
An Wegen, Bächen und Waldrändern einen Blühstreifen belassen, der nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht wird, ist eine weitere Anregung. Außerdem sollte man auch einmal einen Busch oder Baum stehen lassen. Das Bankett entlang der Straßen wird künftig jährlich nur einmal gemulcht, ein weiterer kleiner Beitrag der Gemeinde Kunreuth, so Bürgermeister Ulm. „Es gibt Stellen, wo nach der Flurbereinigung neue Strukturen geschaffen werden können um dabei auch der drohenden Erosion entgegenzuwirken“, betont Ulm.
„Die Novellierung des Flächennutzungsplans von Kunreuth regt Biotopverbünde an“, erläutert Schütz. Darüber hinaus sei man auch bereit, andere Ecken der Flur mit Hecken zu bepflanzen. Die drei Akteure hoffen, die Aktion erzeuge eine gewisse Initialzündung in der Bevölkerung, weitere Hecken anzulegen und sonstige Initiativen zu entwickeln für eine intakte Natur.
