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Schon in der Gemeinderatssitzung zuvor hatte Ulrike Maurer, Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule Hausen, kritisiert, dass mit der anstehenden Sanierung des katholischen Kindergartens Sankt Wolfgang und dem damit verbundenen möglichen Wegfall der Mittagsbetreuung die Schulkinderbetreuung komplett einbrechen werde. Bisher wurde diese Mittagsbetreuung in der Schule sowie im Kindergarten Sankt Wolfgang durchgeführt. Bereits jetzt seien die Kapazitäten der Schule aber erschöpft, so Ulrike Maurer.
Fallen die Betreuungsplätze im Kindergarten während der Umbauphase weg, dann bräche die Schülermittagsbetreuung zusammen. Es fehle an Plätzen und an einer langen Betreuungszeit bis 16 Uhr; außerdem sei die Ferienbetreuung nicht geregelt. „Wenn eine Familie sich für eine Betreuung der Kinder in einer Einrichtung der Gemeinde entscheiden möchte, damit beide Elternteile arbeiten können, dann kann man dies in Hausen leider nur bedingt oder gar nicht tun“, klagte Maurer einst.
Beim letzten Treffen aller Elternbeiräte des Landkreises Forchheim hätte sie bei anderen Beiräten nachgefragt. Das Ergebnis: „Keine andere Gemeinde im Landkreis hat eine so schlechte Versorgung der Schulkinder wie Hausen“, wetterte sie damals. Wenn das Kind in die Kinderkrippe kommt, beginne zwar eine optimale Betreuung, die aber mit dem Eintritt des Kindes in die Schule jäh endet, kritisierte sie. Maurer: „Das stellt berufstätige Eltern aber vor ein großes Problem.“
Diese vermeintliche Versorgungslücke führte dazu, dass es in der jetzigen Gemeinderatssitzung wieder hoch her ging. CSU-Gemeinderat Anton Hammer schüttete weiter Öl ins Feuer mit den Worten: „Hausen ist die einzige Schule im Landkreis, die keine Mittagsbetreuung hat.“ Diese Behauptung wies Zweiter Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) scharf zurück.
Man habe die Mittagsbetreuung an der Schule und am Kindergarten Sankt Wolfgang und beide funktionieren. Man müsse lediglich klären, ob der Kindergarten während der Umbauphase seinen Betrieb weiter aufrecht erhalte; falls nicht, dann müsse man eine andere Lösung suchen. Wichtig sei es, so Zimmer, dass man gesicherte Informationen über den tatsächlichen Bedarf an Betreuungsplätzen bekomme. Dies sei dann Grundlage für weitere Entscheidungen.
CSU-Gemeinderat Georg Krauß kritisierte ferner: „Die Verwaltung leistet hier zu wenig Vorarbeiten, um eine Entscheidung im Gemeinderat treffen zu können.“ Bürgermeister Franz Renker, der sich schützend vor seine Verwaltung stellte, wies diesen Vorwurf scharf zurück. Dann eskalierte die Situation zwischen den zwei Kontrahenten: Jeder schimpfte auf jeden und Krauß nannte Renker in seiner Wut sogar einen „Diktator“. Roland Garcon (UWG) ging schließlich dazwischen und versachlichte die Diskussion. „Es stellt sich doch die Frage, wie man von bisher 25 Betreuungsplätzen auf die prognostizierten 60 Plätze kommt“, so Garcon. Man müsse den Bedarf ermitteln und dann könne man eine Entscheidung treffen.
Auch aus dem Kindergarten Sankt Wolfgang gibt es unterschiedliche Aussagen. „Inzwischen stellen wegen dem Chaos bereits Eltern Gastschulanträge in der Nachbargemeinde Heroldsbach, wo alles geregelt laufe“, informierte Elternbeiratsvorsitzende Maurer. Die Eltern seien bereit, sich zu engagieren und mitzuhelfen, das Problem zu lösen. Der Elternbeirat habe bereits eine Bedarfsabfrage gemacht und die Ergebnisse im Rathaus bei Bürgermeister Franz Renker abgegeben, erläuterte Maurer.
Diese Aussage brachte das Blut von Zweitem Bürgermeister Gerd Zimmer in Wallung. „Warum wissen wir als Gemeinderäte nichts davon? Wir haben wieder mal ein Informationsdefizit“, schimpfte er in Richtung Bürgermeister Renker. Auch andere Gemeinderäte machten dem Bürgermeister deswegen heftige Vorwürfe. Renker rechtfertigte sich dann damit, dass Informationen keine „Bring-, sondern Holschulden“ seien.
Schließlich entstand aus dem Gremium heraus der Vorschlag, man solle das Thema auf die Februarsitzung vertagen und einen Arbeitskreis zur Lösung des Problems einsetzen. Genau dieser Vorschlag brachte Gerd Zimmer aber fast zum Platzen. „Ich bin es leid, dass ständig Arbeitskreise eingesetzt werden, für Arbeiten, die eigentlich der Bürgermeister machen soll“, polterte Zimmer.
Nach schier unendlichen Debatten, Anfeindungen und gegenseitigen Anschuldigungen wurde das gemacht, was inzwischen im Gemeinderat Hausen schon fast „Mode“ ist: Das Thema wurde auf die nächste Sitzung vertagt und die Verwaltung beauftragt, sich der Sache nochmals anzunehmen.
Der von der Verwaltung ferner vorgelegte Vorschlag „Umbau einer Wohnung für die Mittagsbetreuung im ersten Obergeschoss der Kaimschule“ wurde vom „Tisch gewischt“ und gar nicht ernsthaft diskutiert. Hier hatte die Verwaltung Umbaukosten von rund 50000 Euro ermittelt. „Ich geb doch nicht soviel Geld aus, wenn ich andere Möglichkeiten habe“, sagte Zimmer. „Außerdem hätten wir während der Umbaumaßnahmen des Kindergartens Sankt Wolfgang als Alternative beispielsweise auch noch den Jugendclub Toxic als Übergangslösung“, regte Zimmer an.
Eine Fortsetzung der Diskussion folgt nun also in der Gemeinderatssitzung im Februar. Den Antrag, die Mittagsbetreuung in der Grundschule Hausen neu zu regeln, hatten die CSU-Fraktion und die Jungen Bürger bereits am 25. November 2011 eingebracht.
