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Donnerstag, 16.08.2018

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Heiligenstadt: Arzt im ehemaligen Discounter ist zu teuer

Bürgermeister Helmut Krämers Appell bei der Bürgerversammlung: "Nehmt den Besen" - 02.02.2018 14:47 Uhr

Der Marktplatz in Heiligenstadt - hier beim Weihnachtsmarkt 2016 - ist der Mittelpunkt des Hauptortes. © Stefan Braun


Was geschieht mit dem alten "Norma-Gebäude" im Ortszentrum? Der jetzige Leerstand sei kein Aushängeschild für die Gemeinde äußerte sich ein unzufriedener Bürger. Bürgermeister Helmut Krämer bestätigte den unbefriedigenden Istzustand, erklärte aber, dass der Besitzer selbst kein Interesse habe, etwas zu veranlassen. Die Gemeinde habe ein Gutachten erstellen lassen, ob ein Umbau zu einer Arztpraxis möglich wäre.

Zwei Millionen Euro sind zu viel

Ergebnis: Zwei Millionen Euro Kosten fielen an, das Gebäude müsste für 350 000 Euro erworben werden. "Wir haben noch keinen Arzt gefunden, der bereit wäre, ein entsprechend langes Mietverhältnis einzugehen", sagte Krämer. Die Investition sei der Gemeinde daher zu riskant. Gleichwohl versuche Krämer, einen Immobilienhändler für das Anwesen zu gewinnen.

Ein anderes ungelöstes Problem ist die Toilette am Leichenhaus. Diese sei bei Beerdigungen am Wochenende verschlossen. Geschäftsleiter Rüdiger Schmidt erklärte, dass die Toiletten montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet seien. Dafür zuständig sind die Bauhofmitarbeiter. "Demnächst kommt aber ein Zeitschloss, das dafür sorgt, dass die Toilette auch an den Wochenenden zugänglich ist", sagte Schmidt.

Die Wut eines Besuchers über geparkte Autos auf dem Gehsteig vor dem Bäcker war der Anstoß für eine längere und hitzige Diskussion über die Parksituation im Hauptort des Marktes. Dadurch seien Kunden der Bäckerei gezwungen, über die Straße zu laufen. Der Bürgermeister kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Abhilfe könne wohl nur die Polizei schaffen, so Krämer.

Urnengräber kommen noch

Parkprobleme gibt es auch unmittelbar vor dem Friedhof, obwohl dort ein Parkverbot existiert. Nach dem Umbau entstehen dort aber zwei Parkplätze, kündigte der Bürgermeister an. Nicht nur Stellplätze sondern auch Urnengräber vermisste ein Bürger.

2016 hatte sich der Marktgemeinderat dazu entschlossen, diese zu errichten (wir berichteten). Die Planungen dafür seien am Laufen, sagte Krämer. "Das Leichenhaus hatte aber Vorrang."

Als die ersten Besucher der Bürgerversammlung bereits gegangen waren, monierte Krämer, dass die Anlieger ihre Pflicht, die Gehsteige zu reinigen, teilweise stark vernachlässigten oder gar nicht wahrnehmen. "Einfach mal den Besen nehmen", rief Krämer seine Bürger auf. 

STEFAN BRAUN

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