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Heiligenstädter erteilen Windrädern eine Absage

Klares Ergebnis beim Ratsbegehren - Kritik an der Regierung - 21.07.2014 10:30 Uhr

In der Oertelscheune wurden die Stimmen des Ratsbegehrens ausgezählt. Schon bald jubelten die Mitglieder der Bürgerinitiative Hohenpölz über das Ergebnis. © Stefan Braun


Demnach stimmten 56,26 Prozent der teilnehmenden Bürger mit "Ja" - durch die Fragestellung des Entscheids ist dies eine klare Absage an den Windpark. Gefragt war, ob der Gemeinderat mit allen rechtlich zulässigen Mitteln verhindern soll, "dass im Gemeindegebiet Windkraftanlagen im Landschaftsschutzgebiet oder näher als 2000 Meter zum nächsten Wohnhaus gebaut werden".

Für die Gemeinde hat das Ergebnis nun zur Folge, dass sie alle Schritte unternehmen muss, um einen Windpark in Heiligenstadt zu verhindern.
Die Hälfte hat sich beteiligt

Mit "Nein", also für den geplanten und nunmehr abgelehnten Windpark im Ortsteil Brunn stimmten 43,74 Prozent. Insgesamt beteiligten sich 1462 Wählerinnen und Wähler an dem Ratsentscheid, was einer Wahlbeteiligung von 50,09 Prozent entspricht.

Abgestimmt wurde in vier Stimmbezirken, einer davon in Oberleinleiter, die übrigen im Hauptort und in zwei Briefwahllokalen. In der Oertelscheune beteiligten sich neben dem ersten und dritten Bürgermeister mit Gräfin Monika zu Stauffenberg eine erklärte Gegnerin des geplanten Windparks in Brunn an der Auszählung.

Die Gräfin hatte nach der Abstimmung zusammen mit den weiteren Mitgliedern der Bürgerinitiative Hohenpölz allen Grund zum Jubel: "Wir freuen uns sehr, die Bürger haben sich sehr vernünftig und richtig entschieden. Es wird vorerst keine weiteren Windräder in der Gemeinde und neben Greifenstein geben. Wir bedanken uns aber auch für die faire Wahl", hieß es von Seiten der Bürgerinitiative.

Wesentlich deutlicher drückte sich der Initiator der Bürgerinitiative Hohenpölz, Rudolf Herbst, aus: "Der gesunde Menschenverstand hat gesiegt", sagte er. "Die Bevölkerung hat ihre Liebe zur Heimat demonstriert und bewiesen, dass sie für deren Erhalt alles in die Waagschale wirft. Sie hat sich nicht durch fremde Leserbriefe aus Bamberg oder Ebermannstadt beeinflussen und sich Vorschriften machen lassen." Dies habe letztlich auch den Ausschlag gegeben, ist Herbst überzeugt.

"Schlingerkurs in Berlin"

Bürgermeister Helmut Krämer sieht in der Bürgerentscheidung vor allem eine "vertane Chance" für die Bürger, die Energiewende vor Ort mitzugestalten. Daran habe auch der Schlingerkurs in Berlin und München maßgeblichen Anteil, der die Bürger verunsichert habe, sagte er nach der Auszählung. Es gelte nun, die Gräben, die aufgerissen wurden, möglichst schnell wieder zu kitten. Die Spaltung in Gegner und Befürworter und viele heiße Diskussionen im Vorfeld hatten für einen Riss durch die Bevölkerungsstruktur gesorgt.

Es sei davon auszugehen, dass die Bürger mit Pachtverträgen diese umgehend zurück haben wollen, schloss Krämer. Ein erster Schritt des Aufeinanderzugehens kann bereits am heutigen Abend erfolgen: Die Bürger im Ortsteil Brunn feiern ihre Kärwa. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Blaskapelle Hohenpölz. 

Stefan Braun

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