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Heroldsbach: Kuratenhaus soll ein Kulturmagnet werden

Heroldsbacher Gemeinderat beschließt großes Umbauprojekt einstimmig - 15.12.2017 15:00 Uhr

Theater, Konzerte, Seminare und eine Museumsscheune: Das frühere Kuratenhaus soll in ein Kulturzentrum umgewandelt werden und auch Besucher von außerhalb locken. © Anestis Aslanidis


Dies berichtete Bürgermeister Edgar Büttner (SPD) im Rahmen der diesjährigen Jahresabschlusssitzung des Heroldsbacher Gemeinderates. Für die Gemeinde wird derzeit vermutlich ein Eigenanteil von rund 450.000 Euro verbleiben; der Rest wird aus Fördermittel und Sponsorengeldern finanziert. Gemessen an den Gesamtprojektosten von rund 1,2 Millionen Euro ist das ein moderater Eigenanteil. Bürgermeister Edgar Büttner unterstrich den Wert der Investition mit der geschichtlichen Bedeutung des Kuratenhauses: Das Gebäude sei 1916 erbaut und 2011 in die Denkmalliste aufgenommen worden. Den Ausschlag für den Bau eines solchen Hauses gab der Wunsch der Bevölkerung nach einem eigenen Geistlichen — denn kirchlich gehörte Heroldsbach zu jener Zeit noch zur Pfarrei Hausen.

Mit dem Bau des Kuratenhauses wollte man das ändern. 1914 habe sich dann der „Verein zur Erbauung des Kuratenhauses Heroldsbach“ gegründet, dieser setzte 1916 den Bau des Gebäudes durch. In seiner ursprünglichen Funktion hatte man das Gebäude allerdings nur bis 1930 genutzt, danach diente es bis 1977 zunächst als Altenheim und Schwesternhaus. Nach dem Auszug der Schwestern folgte dann eine Renovierung und nach Fertigstellung der Sanierung wurde das Gebäude als Pfarrheim sowie als Gemeindebücherei Sankt Michael genutzt.
Nach dem Neubau des Pfarrheims stand das Kuratenhaus vorübergehend leer und beherbergte in den letzten Jahren temporär ein Kunstatelier und zuvor eine Musikakademie. Aktuell wird das Kuratenhaus saniert. Wenn es fertig ist, soll das Erdgeschoss für Vorträge, Seminare, Kurse, Konzerte und Theateraufführungen genutzt werden, während im ersten Obergeschoss die derzeit noch eingelagerte Heimatkundliche Sammlung dauerhaft ausgestellt werden soll. Im hinteren Außenbereich ist laut Büttner der Bau einer kleinen Freilichtbühne geplant, welche Platz für 70 bis 100 Besucher bieten soll und von der ortsansässigen Theatergruppe und von auswärtigen Ensembles bespielt werden soll. Dass dann in ein Bürgerhaus umgewandelte historische Gemäuer solle dann auch Besucher von außerhalb anziehen.

Die Räume im Erdgeschoss nannte Büttner „das Herzstück“ des neuen Kulturzentrums. Dort werde ein großzügiger Veranstaltungsraum geschaffen, der nach den neuesten technischen Maßstäben ausgestattet werden soll. Als örtlicher Verein habe sich – so Büttner – die Theatergruppe Heroldsbach bereiterklärt – die Bühne regelmäßig zu bespielen und will auch andere Theatergruppen aus dem Landkreis nach Heroldsbach holen. Außerdem kooperiere man mit dem Fränkischen Theatersommer.

Mit Backofen und Scheune

Hinzu kommen werden verschiedene VHS-Aktionen wie Vorträge oder Kurse. Als weiterer Kooperationspartner habe man mit dem Colloquium Historicum Wirsenbergense e.V. einen der größten Geschichtsvereine Süddeutschlands gewinnen könnten, der das Kuratenhaus als festen Veranstaltungsort in sein Programm aufnehmen will, informierte der Bürgermeister. Neben der Freilichtbühne im Außenbereich soll auch die dort noch vorhandene Scheune zu einem späteren Zeitpunkt zur Museumsscheue umgebaut werden.

Dort sollen landwirtschaftliche Großgeräte untergestellt werden. Außerdem ist im Außenbereich der Bau eines Backofens angedacht, der vom Heimat- und Trachtenverein zu besonderen Anlässen angeschürt werden wird. Der Rathaus-Chef schickte einen besonderen Dank an den Leader-Manager des Landkreises, Anton Eckert, der sich sehr für dieses Projekt engagiert habe.

Der Gemeinderat beschloss schließlich einstimmig die Umsetzung des Leaderprojektes „Inwertsetzung Kuratenhaus Heroldsbach“ und beschloss auch, eventuell wegfallende Zuschüsse aus der Gemeindekasse zusätzlich auszugleichen. 

ALEXANDER HITSCHFEL

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