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Hochwasserschutz soll mit Baugebiet erkauft werden

Eigentümer wollen Fläche für Regenüberlaufbecken in Kersbach nicht ohne Profit hergeben — Bedenken wegen Verkehr - 06.02.2013 08:00 Uhr

FORCHHEIM-Kersbach  - Die Stadt würde gerne die Kersbacher vor Hochwasser schützen, sagt Oberbürgermeister Franz Stumpf. Bislang aber scheiterten alle Pläne an den Grundstückseigentümern. Nun versucht man es mit einem Kniff.

Hinter dem Backhaus (rotes Dach) sollen zwölf Häuser entstehen. Der Verkehr könnte ein Problem sein.
Hinter dem Backhaus (rotes Dach) sollen zwölf Häuser entstehen. Der Verkehr könnte ein Problem sein.
Foto: Ralf Rödel
Hinter dem Backhaus (rotes Dach) sollen zwölf Häuser entstehen. Der Verkehr könnte ein Problem sein.
Hinter dem Backhaus (rotes Dach) sollen zwölf Häuser entstehen. Der Verkehr könnte ein Problem sein.
Foto: Ralf Rödel

Ein großes Regenüberlaufbecken hinter dem Kindergarten soll im Notfall das ganze Wasser aufnehmen. Dafür soll ein bis zu drei Meter tiefes Becken ausgehoben werden, auf der Seite zu den Häusern wird ein bis zu zwei Meter hoher Damm errichtet. Zum Schluss wird alles wieder begrünt.

Das Becken ist darauf ausgelegt, ein statistisch gesehen alle 100 Jahre auftretendes Hochwasser plus 15 Prozent zu fassen. Die Fluten des Schwolgrabens würden das Becken füllen und auf der anderen Seite, zwischen Kindergarten und Wohnhäusern, mit einer Geschwindigkeit von 500 Litern pro Sekunde in den dortigen Kanal abfließen. Soweit der Plan.

Bislang scheiterte die Umsetzung allerdings, weil die Grundstückseigentümer nicht verkaufen wollen, besser gesagt, nicht für den Preis verkaufen wollen, den die Stadt bietet. Zirka fünf Euro pro Quadratmeter sind es, erklärte OB Franz Stumpf im Planungsausschuss des Stadtrats. Verhandelt wird mit der Kirche und einem privaten Eigentümer.


Damit etwas mehr für die Eigentümer herausspringt, hat die Stadt sich nun Folgendes überlegt: Das Regenrücklaufbecken wird etwas nach Westen verschoben, dadurch wird ein Stück Grund zwischen Kindergarten und Gemeinschafts-Backhaus frei, das in ein Baugebiet mit zwölf Häusern umgewandelt werden könnte.

Großes Aber

Im Planungsausschuss wollte die Verwaltung nun von den Stadträten wissen, ob sie in diese Richtung weiter planen soll und erhielt das Signal: Jawohl. Aber. Es besteht großer Prüfungsbedarf. Die Kersbacher Stadträte Manfred Hümmer (FW) und Dietmar Schneider (CSU) haben diverse Befürchtungen. Zum Beispiel, dass das künftige Baugebiet, das derzeit etwas tiefer liegt als die Umgebung, als erstes „absäuft“, wenn der Regen strömt. „Das Gebiet kann man doch aufschütten“, antwortete Manfred Mauer (FBF) pragmatisch.

Ein weiteres Problem: Die Verkehrsanbindung soll beim Backhaus auf die Kersbacher Straße führen. „Dort herrscht jetzt schon eine gefährliche Situation, die Autos rasen viel zu schnell, die Verkehrsinsel wird regelmäßig umgemäht“, findet Hümmer.

Alle Bedenken sollen nun überprüft und Lösungen gesucht werden. Die leichteste klappt schon einmal nicht: Die Stadt kann das Gebiet nicht gegen eines ihrer Baugebiete mit den Eigentümern tauschen. „Wir dürfen laut Gemeindeordnung unsere Grundstücke nicht unter Wert verkaufen“, so OB Stumpf. 

VON BEKE MAISCH


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