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„Ich weiß, was Forchheim ausmacht“

FW–Chef Manfred Hümmer wurde von seinen Parteifreunden einstimmig als OB-Kandidat nominiert - 19.10.2013

Manfred Hümmer im Gasthaus Marktplatz: „Zeit für frischen Wind in den alten Gassen.“ © Ulrich Graser


„Die Zeit ist reif, dass in Forchheim wieder frischer Wind durch die alten Gassen weht.“ Wenn er zum Oberbürgermeister gewählt wird, sagte Manfred Hümmer vor seinen Parteifreunden, dann werde er nicht alles anders machen als Franz Stumpf. Vor allem inhaltlich nicht. Doch mit ihm, so Hümmer, werde ein neuer Stil ins alte Rathaus einziehen, eine neue Form der Transparenz, Bürgernähe und Beteiligung.

Mit dieser gegen den seit 1990 amtierenden Stumpf gerichteten Stoßrichtung begibt sich der gebürtige Forchheimer Hümmer auf eine Linie mit dem SPD-Kandidaten Uwe Kirschstein. Was Hümmer eher umgekehrt sehen wird. Denn „im Unterschied zu anderen Bewerbern“ habe er „Forchheim im Herzen und seine Zukunft im Sinn“ (Kirschstein wohnt erst seit zwei Jahren hier).

„Ich weiß, wie Forchheim denkt und was es ausmacht“, rief Hümmer seinen 32 Unterstützern zu. Man könnte auch sagen: seinem Fan-Club. Denn in der Vorstellungsrunde der Kandidatinnen und Kandidaten wurde sehr schnell deutlich: Die FW Forchheim sind ohne Manfred Hümmer nicht zu denken.

„Er ist unser Antreiber, unsere Galionsfigur und der Ideengeber“, sagte Stadtrat Erwin Held. Ohne Hümmer, so Held, „hätte es so nicht stattgefunden, wie es ist.“ Hümmer trieb 2007 den Hinauswurf der „alten FW“ voran, die heute den Forchheimer Bürgerblock bilden: „Nach wie vor ein Anhängsel der CSU“, wie Held lästerte. Hümmer zu verdanken sei der massive Mitgliederzuwachs von rund 45 Prozent seit der „Neugründung“.

Und dann sagte Held einen denkwürdigen Satz. Wenn Manfred Hümmer seine Meinung zu einem x-beliebigen Punkt äußere, dann sei schon alles hinterfragt. Daher, so Held: „Wenn der Manfred etwas sagt, dann hebe ich einfach mal die Hand und sage Ja.“ Denkwürdig ist dieses Bekenntnis vor allem deswegen, weil mehrere FW-Frauen und -Männer als Hauptmotivation für ihre Kandidatur zu Protokoll gaben: „Es muss sich in Forchheim ändern, dass immer nur einer bestimmt, was gemacht werden soll.“

OB Stumpf weist dies gegenüber den NN zurück: „Ich bin 1990 mit dem Slogan vom Gläsernen Rathaus angetreten und das sehe ich bis heute so.“ Als Oberbürgermeister habe er dem Stadtrat beschließungsfähige Vorlagen zu liefern: „Da muss im Vorfeld kräftig gearbeitet werden, sonst artet das aus in eine Wirtshausdiskutiererei.“ Im Übrigen könnten nicht alle Details schwieriger Verhandlungen auf den offenen Markt getragen werden.

Uwe Kirschstein, von den NN dazu befragt, sieht es eher so wie Hümmer: „Es kommt darauf an, wie man die Vorgaben in die Verwaltung hineingibt und sie wieder herausholt.“ Hümmer erklärte am Beispiel Stadthalle, was er anders machen würde: „Ich würde frühzeitig die Bürger einbeziehen und sie fragen, ob sie lieber einen Neubau oder die Sanierung eines bestehenden Gebäudes hätten.“ Auch die möglichen Nutzungsformen und den Zeitplan möchte er zuerst öffentlich diskutieren, ehe der Stadtrat beschließt.

„Hinter den Kulissen“

Heute dagegen würden „hinter den Kulissen zwischen OB und Kulturbeauftragten und einer Runde von Kulturschaffenden“ bereits Nägel mit Köpfen gemacht und sogar schon konkrete Umbaupläne für das Kolpinghaus ausgearbeitet, ehe der Stadtrat seine Meinung dazu sagen könne. Eine „ergebnisoffene Diskussion statt Überrumpelungstaktik“ fordert Hümmer.

Dann setzte der Kandidat noch eins drauf: „Die Bürger über das vorgeschriebene Pflichtprogramm hinaus an Entscheidungen zu beteiligen, das hat der Amtsinhaber bis heute nicht verstanden.“ Auf die Wirtschaftspolitik Stumpfs dagegen „können wir alle mit Recht stolz sein“, meinte Hümmer und er zollte dem OB dafür seinen „höchsten Respekt“. Doch auch hier galt es, Wasser in den Wein zu gießen: „Forchheim ist mehr als Wirtschaft, Arbeitsplätze und Wohnansiedlung.“

Nicht Revolution sei mit ihm zu machen, „aber definitiv Evolution“. 52 Lenze zählt Hümmer jetzt. Mit Bedacht wies er darauf hin, dass er somit „noch die Perspektive für mehrere Wahlperioden“ habe. Im Unterschied „zum fast 64-jährigen Amtsinhaber“.

Dieser hält Hümmers Nominierung für „nicht überraschend“. Dass sein Konkurrent nicht alles anders machen will als er, so Stumpf, „darauf bin ich stolz.“ Manfred Hümmer erzielte bei seiner ersten Kandidatur vor fünf Jahren gut 13 Prozent der Stimmen, genau so viel wie die Kandidatin der SPD. 

VON ULRICH GRASER

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