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Igensdorf: Das Krematorium kommt nicht

Bürgermeister Wolfgang Rast spricht von "gelebter Demokratie" - 01.12.2017 16:00 Uhr

Aus dem geplanten Krematorium im Gewerbegebiet von Igensdorf wird nicht. (Symbolbild) © Michael Matejka


Was sich bei der jüngsten Bürgerversammlung in Etlaswind/Pettensiedel bereits angedeutet hatte, ist jetzt Tatsache: Aus dem Krematorium werde „definitiv nichts“, bestätigt Igensdorfs Bürgermeister Wolfgang Rast (Igensdorfer Umland).

Der Investor, der Interesse für die rund 3500 Quadratmeter Fläche bekundete und selbst in Igensdorf wohnt, habe die hitzige Debatte um das geplante Krematorium natürlich mitbekommen, so Rast. „Ihm ist der Friede im Dorf wichtiger und will die Dinge nicht weiter eskalieren lassen.“ Darum habe der Unternehmer nun seine Pläne zurückgezogen.

Unlängst hatte sich eine Interessensgemeinschaft (IG) gegen den Bau des Krematoriums gegründet, viele Igensdorfer und Weißenoher äußerten ihren großen Unmut – von gesundheitlichen Sorgen durch Emission, die bei der Verbrennung entstehen können, war die Rede. Von der „pietätlosen“ Lage im Gewerbegebiet. Oder von „Leichentourismus“ mit befürchteten Heerscharen an Beisetzungswagen.

„So ein Vorhaben ist nicht nur auf der sachlichen Schiene abzuwickeln, weil natürlich Emotionen damit verbunden sind“, sagt Rast. Deshalb sei es wichtig gewesen, sich im Vorfeld ein Meinungsbild von den Bürgern einzuholen. „Und die Stimmung hat sich verändert je weiter das Projekt fortgeschritten ist“ – von zunächst wohlwollend bis zuletzt komplett ablehnend, so Rast. „Das war ein Stück weit gelebte Demokratie: der enge Kontakt mit dem Bürger und der gemeinsame Austauschen von Argumenten. Und jetzt muss das Ergebnis von uns allen respektiert werden.“

Lawine vom Herzen gefallen

Elisabeth Wenkemann, eine Mutter aus Weißenohe, die sich wegen möglicherweise giftiger Ausstöße aus den Krematoriums-Schornsteinen um das Wohl ihrer Kinder fürchtete, ist über dieses Ergebnis mehr als erleichtert. „Mir und vielen anderen ist nicht nur ein Stein, sondern eine ganze Geröll-Lawine vom Herzen gefallen“, sagt Wenkemann. „Das gilt für alle Weißenoher und auch Igensdorfer.“

Sie und ihr Mann haben die Anliegen der IG unterstützt, schon viele Mails seien eingetroffen, in denen sich andere Bürger für das Engagement der IG bedanken. „Wir können jetzt wieder durchatmen“, so Wenkemann, „ und die Adventszeit genießen.“ 

ppr

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