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Die Bass-Tuba ist ein zentrales Instrument für jeden Spielmannszug. 1987 bei einer Fahrt der Forchheimer Musiker nach Berlin, fehlte der Bass-Tuba-Spieler des Spielmannszugs. Siegmar Weiskopf sprang ein. Seitdem ist die Familie mit dem Spielmannszug verbunden. „Viele Familien sind schon seit Generationen bei uns aktiv“, erzählt Siegmar Weiskopfs Sohn Ralf, der 2008 die Abteilungsleitung übernommen hat. Dabei funktioniert die Abteilung selbst wie eine Familie, man wächst hinein, lernt „nicht nur ein Instrument zu spielen, sondern auch Werte und Normen“. Cousinen treffen sich beim Spielmannszug, Brüder finden hier eine gemeinsame Erfahrungsplattform.
Ralf Weiskopf hat eine klassische Spielmannszügler-Karriere durchlaufen. Los ging es mit der Querflöte, dem klassischen Instrument als Einstieg in die Spielmannszug-Karriere, gleichzeitig auch enorm bedeutungsträchtig. Pfeifen gehören zu den ureigensten Instrumenten des Spielmanns, eines Berufsstandes, der aus dem Militär stammt. Spielmänner waren für die Signale zuständig und sorgten bei Aufmärschen durch Pfeifen und Trommeln für den richtigen Takt.
Viele Begriffe im Spielmannszug muten deshalb auch militärisch an. Der Stabsführer zum Beispiel. Ralf Schuberth bekleidet seit 2000 das Amt. Er ist sozusagen der Chef, läuft mit dem Tambourstab dem Zug voraus, gibt den Takt an.
89 Aktive und 31 Anfänger blasen und trommeln derzeit den Zuhörern den Marsch. Oder das Tanzlied. Oder auch ein Medley aus dem Musical „My Fair Lady“ — solch ungewöhnliche Klänge kommen bei den Konzerten zum Vorschein, die die Jahnler inzwischen auch im Repertoire haben.
In Forchheim begann die Spielmannszugtradition der SpVgg 1952 als Gregor Gebald mit 25 jungen Forchheimern die Abteilung ins Leben rief. Die Instrumente mussten sich die Mitglieder erst aus privatem Besitz zusammensuchen. 1963 kam die Blasmusik dazu. Inzwischen haben sich Traditionen herausgebildet: Seit Jahrzehnten gehört der Spielmannszug zum Annafest dazu, genauso wie zum Altstadtfest oder dem Faschingsumzug und der Stadtparkserenade. Auch in Fürth und Zirndorf nehmen die Jahnler traditionell an den Kirchweihumzügen teil.
War in den Anfangsjahrzehnten noch viel Improvisationskunst gefragt, so ging mit Raimund Schuh, Eduard Schuberth, Wolfgang Dötzer und Ralf Schubert als Stabführer in den 80er und 90er Jahren ein Professionalitätsschub durch den Spielmannszug. Zwei Mal die Woche proben die Aktiven, ausgebildete Mitglieder geben den Anfängern Unterricht. Der Spielmannszug besitzt auch Instrumente, die er dem Nachwuchs zur Verfügung stellt. Geprobt wird in der Jahn-Kulturhalle und in der Ritter-von-Traitteur-Schule.
Seit 1964 sind die Spielmannszügler regelmäßig im Ausland auf Folklorefestivals unterwegs. Bei den Gastfamilien lernen die Jahnler das Land kennen und zeigen aber auch, was Forchheim zu bieten hat: „Wir haben Bier dabei, Bratwürste, Schinken, Schwarzbrot.“ Am Ende bleiben unvergessliche Erinnerungen, an die Zugfahrten im eigens reservierten Waggon nach Schweden etwa, und Freundschaften fürs Leben.
Einige der Musikfreunde aus ganz Europa sind auch beim großen Folklorefestival dabei, dass der Spielmannszug ab 28. Juli, zu Ehren seines Jubiläums organisiert (Programm siehe zur Sache). Aus Asala in Schweden kommt eine Volkstanzgruppe, aus Schottland werden junge Dudelsackpfeifer anreisen, aus Sardinien ist eine Volkstanzgruppe genauso wie aus Finnland.
„Wir machen Musik, um auf Festen aufzutreten, für die schönen Erlebnisse“, beschreibt Weiskopf, das was er am Spielmannszug besonders findet, warum auch seine Tochter Hanna (1) Spielmannszüglerin werden soll.

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