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In Bayreuth hat die Tonne den Sack ausgestochen

Im Landkreis Forchheim bleibt es bei der Müllentsorgung über die Tüte — Bayreuth hat System umgestellt - 10.01.2018 08:05 Uhr

Abfall kommt im Landkreis Forchheim auf den Wertstoffhof oder auch in den Gelben Sack. Der Nachbarlandkreis Bayreuth hat sich im neuen Jahr von der Tüte verabschiedet. Eine Idee auch für Forchheim? © Foto: Roland Huber


Seit dieser Woche gilt im Landkreis Bayreuth: Die Gelbe Tonne ist da und die Recyclinghöfe in den Kommunen haben ausgedient. Manche öffnen höchstens noch, damit Grüngut abgegeben werden kann. In Pegnitz ist die Firma Veolia der Betreiber.

"Es werden nach wie vor Abfälle angenommen, jedoch keine Verkaufsverpackungen mehr aus Kunststoffen und Verbundstoffen sowie Dosen", sagt Nadine Schaer von der Veolia-Pressestelle in Hamburg. Abgegeben werden können hingegen noch Grüngutabfälle, Papier, Pappe und Kartonagen. Außerdem werden Altglas und Elektronikschrott angenommen, so die Pressesprecherin weiter. Weiterhin bestehe für Gewerbetreibende und Privatpersonen die Möglichkeit, Abfälle gegen Zuzahlung auf privatwirtschaftlicher Basis anzuliefern.

In der Vergangenheit waren in Pegnitz fünf Mitarbeiter am Wertstoffhof beschäftigt. Diese Zahl wurde seit Jahresbeginn auf drei Mitarbeiter reduziert. Ab Februar verringern sich die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe. Probleme, dass sich im Landkreis Bayreuth das System der Gelben Tonne durchsetzen wird, sieht Schaer nicht. Für die Bürger des Landkreises Bayreuth werde die Abfallentsorgung vereinfacht.

Tote Katzen im Gelben Sack

Im Landkreis Forchheim bleibt hingegen auch im neuen Jahr alles beim Alten. Tonnen waren noch nicht im Gespräch und werden es auch in den nächsten Jahren nicht sein. "Ein Wechsel des Systems wäre frühestens 2020 möglich, solange läuft der Vertrag mit dem zuständigen Dualen System", heißt es auf Nachfrage aus dem Landratsamt.

Der Sack ist in der Behörde beliebt. "Gelbe Säcke haben den Vorteil, dass sie transparent sind. Abfall, der nicht in die Tüte gehört, fällt sofort auf oder der Sack reißt wegen des Gewichtes", so Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamtes. Der Einblick in die Tonne ist schwieriger. Eingesammelt werden die Säcke im Kreis Forchheim vom zuständigen Entsorger, der Firma Hofmann. Der Müll landet in Sortieranlagen in Rehau und Leipzig.

Erfahrungen mit verbotenem Müll im Sack hatte der Landkreis bereits gemacht. Wer vergessen hatte, seinen Gelben Sack für die Abholung (Vier-Wochen-Rhythmus) auf die Straße zu stellen, der konnte den Müll aus Kulanz in einen Container der Mülldeponie Gosberg werfen. Doch damit war im Frühjahr 2017 Schluss. Der Grund: die vielen Fehleinwürfe. Nicht nur Restmüll landete verbotenerweise in den Gelben Säcken, sondern auch sortenfremde Wertstoffe, darunter sogar tote Katzen (wir berichteten).

Ganz problemlos startete die Umstellung auf die Tonne im Landkreis Bayreuth nicht. Ende vergangenen Jahres gab es einen Fehler im Verteilplan. Bürger hatten, wie es dort stand, ihre Restmülltonnen mit dem gelben Aufkleber zur Abfuhr bereitgestellt. Am gleichen Tag, spätestens am nächsten, sollte dort die Gelbe Tonne ausgeliefert werden. So lange sollte die (bereits geleerte Restmülltonne) am Abholort stehen bleiben.

Doch an vielen Straßen blieben die Restmülltonnen bis zum nächsten Abholtermin zwei Wochen später stehen. Im Verteilplan war ein falsches Auslieferdatum angegeben.

"Es ist alles vorbereitet, nächste Woche findet die erste Leerung von Gelben Tonnen statt", sagt Peter-Michael Habermann, Fachbereichsleiter Abfallwirtschaft im Landratsamt Bayreuth. Es gebe zum ganzen Ablauf – was für Abfall in die Tonne darf, wann die Abholungen sind — ausreichend Informationen auf der Internetseite des Landratsamtes und in den kommunalen Mitteilungsblättern.

Außerdem stehe auf dem Deckel der Gelben Tonne, welcher Abfall entsorgt werden darf. In einigen Gemeinden hält Habermann Vorträge. "Das wird sich einspielen", ist er überzeugt. Das Duale System Bellandvision habe schon signalisiert, dass es "gut läuft", auch wenn es vereinzelte Fälle gebe, wo die Gelbe Tonne schon zum Ende des vergangenen Jahres gefüllt war. "Aber es gab mehrfach die Hinweise, dass bis zum 30. Dezember der Verpackungsmüll noch auf den Recyclinghöfen entsorgt werden kann", sagt Habermann.

Müllmenge steigt an

Bedenken wie in Forchheim, dass der Inhalt der Gelben Tonnen nicht sorgfältig genug getrennt wird, hat er hingegen nicht: "Es gibt modernste Sortieranlagen in Obhut der Privatwirtschaft, die dafür Sorge tragen."

Müll bleibt auch im Landkreis Forchheim weiterhin ein Thema. Alleine schon der Menge wegen, die in den vergangenen Jahren zugenommen hat. 

FRAUKE ENGELBRECHT UND PATRICK SCHROLL

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