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Rund 150 Jäger beteiligten sich an der jährlich veranstalteten Jagd. Beinahe wäre sie gescheitert. Denn Unbekannte hatten die Absperrung zum Wald an einer Stelle entfernt; Jogger und Spaziergänger haben sich dadurch unwissentlich in Gefahr begeben. Jetzt wird sich wohl die Forchheimer Polizei mit diesem Vorfall befassen.
„Solche Idioten“, schimpfte Revierförster Erich Daum beim abschließenden „Streckelegen“, wo die erlegten Tiere an einem Holzgestell aufgehängt wurden.
Im Vorfeld der Jagd hatte Revierförster Erich Daum in der Tageszeitung und in den örtlichen Amtsblättern darauf hingewiesen, dass und warum der Wald an diesem Tag gesperrt sein wird. Alle Waldeingänge wurden mit einem rotweißen Trassierband mit der Aufschrift „Gesperrt Jagdbetrieb“ abgeriegelt.
Auf der Forchheimer Seite, kurz hinter dem Röthenparkplatz in Burk, hatten Unbekannte die Absperrung beseitigt und schon nutzten Jogger und Spaziergänger die Waldwege für ein Freizeitvergnügen.
Der über Handy informierte Revierförster Daum eilte gegen 10 Uhr sofort zum Ort des Geschehens, sperrte erneut ab und bat die Jogger und Spaziergänger, den Wald aus Sicherheitsgründen zu verlassen. „Dem sind auch alle sofort und mit Verständnis gefolgt“, so Daum. Einige, so erzählt er mit dem Abstand von zwei Tagen, hätten schon das Schießen gehört und seien mit mulmigem Gefühl durch den Wald gelaufen. An der Absperrung war auch Informationsmaterial zum gesetzlichen Hintergrund angebracht.
Der oder die Unbekannten hatten sowohl das rot-weiße Band als auch sämtliches Infomaterial entfernt und mitgenommen. Dadurch brachten sie Spaziergänger und Jogger in Lebensgefahr: Ein Büchsengeschoss fliegt bis zu zwei Kilometer weit.
Gedankenlosigkeit oder ein böser Streich? Die Polizei informierte der Jagdleiter jedenfalls nicht. „Man kann froh sein, dass nichts passiert ist“, so Daum.
Es ist Samstagmorgen um kurz nach 8 Uhr. Vor der Freiwilligen Feuerwehr versammeln sich rund 120 Jäger, darunter auch einige wenige Jägerinnen und lauschen den Begrüßungsworten von Jagdorganisator Erich Daum. Als Revierförster für die Bayerischen Staatsforsten betreut er das Revier in der Unteren Mark.
Insgesamt haben sich auch diesmal wieder 150 Jägerinnen und Jäger eingefunden. 30 waren schon vor dem offiziellen Beginn in den Wald gegangen, um schon flüchtendes Wild zu erlegen. Zu den wenigen Jägerinnen zählte die 21-jährige Isabelle Rupsch. Sie kommt aus Schleswig-Holstein und studiert Forstwirtschaft im dritten Semester in Erfurt. Für die Studentin ist es die sechste Teilnahme an einer Drückjagd.
Erich Daum klärte über die Unfallverhütungsvorschriften auf, besonders hinsichtlich der leuchtend orangenen Warnbekleidung, und gab auch klar seine Wunschvorstellung vor: „Ich freue mich auf 20 Rehe und mindestens 20 Sauen.“ Geschossen werden durften keine Füchse und Hasen, nur Schalenwild.
Um die Zahlen des Abschussplanes zu erfüllen, würden noch 40 Rehe benötigt, so Daum. Die Jagdhornbläser bliesen zum Aufbruch. Lange Autokolonnen setzten sich in Richtung Staatswald in Bewegung; jedem Jäger wurde ein eigener Stand zugeteilt, immer rund 100 Meter voneinander entfernt. Gejagt wurde von kurz nach halb neun bis halb eins. Ab 10 Uhr wurden zusätzlich 25 Hundeführer mit 40 Hunden eingesetzt, um das Wild aus seinem Unterschlupf heraus zu treiben.
Förster Daum sprach hernach von einem spannenden Jagdtag, auch wenn die geplanten Abschusszahlen nicht erreicht wurden. 13 Schweine und zehn Rehe wurden erlegt. Viele Jagdfreunde bekamen weder Rehe noch Schweine vor die Linse. So ging es auch Isabelle Rupsch. „Zwei Eichhörnchen und einen Fuchs habe ich gesehen, aber die durften ja nicht geschossen werden.“
Daum erklärt, er habe ein „wildes Geballere“ auf Wild, das sich schnell vorwärts bewegt, verhindern wollen. Auf die Frage ob sie enttäuscht sei, antwortete Isabelle Rupsch: „Das gehört nun mal zur Jagd dazu; nicht immer hat man Jagdglück.“
Organisator Erich Daum erhielt für seine perfekte Organisation jede Menge Lob. Ob es im nächsten Jahr wieder so eine groß angelegte Nikolausjagd geben wird, ließ Daum noch offen. Die Wildbestände sind aus seiner Sicht auf ein vernünftiges Maß zurückgefahren worden; dies belege auch die von Jahr zu Jahr immer geringere Ausbeute.
