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Konzertante Barockmusik bis hin zu sinfonischer Tanzmusik aus dem bekannten Musical "West Side Story" hatte das Orchester im Gepäck. Das Auswahlorchester gastierte auf Einladung des Musikvereins Buckenhofen in der Jahnhalle. Es war ein Konzerterlebnis der besonderen Art, das die rund 350 Besucher beim Auftritt des Nordbayerischen Jugendblasorchesters (NBJBO) erleben durften. Das Orchester, das beste was Nordbayern im Musiknachwuchs zu bieten hat, zeigte sich bei seinem Auftritt - das Ensemble war erstmals in Forchheim zu Gast - von seiner Schokoladenseite. Mit nach Forchheim gebracht hatten die Musiker Passagen von Georg Friedrich Händel aus dem Concerto I a due Cori in F-Dur HWV 333 in einem Arrangement von Stephan Ametsbichler, und versetzten damit alle Freunde der klassischen Musik in Verzückung. Gleich darauf folgten die Fanfare und das Finale concertante aus der Sinfonietta op. 39 von Bertold Hummel. Mit dem ersten Satz "Fanfare" bewarb sich Hummel im Übrigen bei der Ausschreibung für die Olympiafanfare 1972 in München und erhielt dafür sogar eine Olympische Silbermedaille. Die Werke von Hummel sind ein Teil des Programmes, dass das Nordbayerische Jugendblasorchester demnächst bei einem Bundesentscheid von Blasorchestern in Bamberg auf dem Programm stehen hat. Mit "Give us this Day" einer kurzen Sinfonie für Blasorchester von David Maslanka, läutete das Jugendblasorchester die für sie wohl verdiente Pause ein. Die kurze Symphonie für Bläserensembles schloss mit der Choralmelodie aus Johann Sebastian Bachs "Vater unser im Himmel".
Nach der Pause kehrte das Orchester wieder zu der konzertanten Barockmusik zurück und spielte Werke aus Georg Friedrich Händels "Trompetensuite aus der Wassermusik" in einer Bearbeitung von Denis Laile. Kontrastreicher hätte das Konzert an diesem Abend gar nicht sein können, denn im Anschluss folgten gleich mehrere Sinfonische Tänze aus dem Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein. Den Abschluss des offiziellen Programms bildete das Werk "Fanfare und Funk" des Schweizer Komponisten Oliver Waespi. Beginnend mit einer festlichen Fanfare mischten sich aus heiterem Himmel eine Funk-Sequenz, die sich zu einem Groove im typischen James Brown-Stil entwickelte, in die Klangfolge. Nach einem langsamen Blues verschmolzen Fanfare und Funk zu einer markanten Einheit. Viel zu schnell war der kurzweilige Konzertabend vorbei; belohnt vom lang anhaltenden Beifall des Publikums. Die Leitung des Orchesters hatte Bundesdirigent Ernst Oestreicher; als Gastdirigent fungierte Gunther Pohl, Professor für Flöte und Kammermusik an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden. Die Geburtsstunde des NBJBO schlug 1988, als der damalige Präsident des Nordbayerischen Musikbundes Adolf Eichenseer, die in den vier Regierungsbezirken Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken und Oberpfalz ins Leben gerufenen Bläserwochen nun mit der Bildung eines Auswahlorchesters fortsetzen wollte. Ziel ist es, jungen, talentierten Musikern eine Gelegenheit zu bieten, in einem großen Harmonieorchester mitzuspielen. Wer einmal den Sprung in das Auswahlorchester geschafft hat, der hat die Möglichkeit, bei namhaften Dozenten neue Erfahrungen zu sammeln.ALEXANDER HITSCHFEL
