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Hauptnutzer der Hausener Sporthalle sind vor allem die Tischtennisspieler. Und so mussten erst die Damen des TTC Neunkirchen, dann die Ebermannstädter Herren und jetzt auch die SpVgg Heroldsbach nach eigener Aussage in Hausen frieren. Richard Gügel, Abteilungsleiter der SpVgg Heroldsbach, war sogar derart erbost über die „nicht geheizte Sporthalle“, wie er in seinem Spielbericht erwähnte, dass er tags darauf sogar ein Schreiben an Hausens Bürgermeister Franz Renker mit dem Betreff „Unmenschliche Zustände in der Sporthalle in Hausen“ verfasste, das der Redaktion vorliegt.
Hierin schreibt Gügel, er habe sich selbst auch in seiner Tätigkeit als verantwortlicher Verbandsoberschiedsrichter des bayerischen Tischtennis-Verbandes (BTTV) über die kalten Temperaturen bei einem Besuch am Freitag gegen 21.30 Uhr vergewissert: „Was ich vorgefunden habe, ist nicht zu beschreiben. Beide Mannschaften, die Herren aus Hausen und Heroldsbach, standen mit Trainingsanzug und Winterjacke am Tischtennistisch. Beide Teams haben sich bitter über die eisige Kälte in der Halle beschwert.“ Dies alles sei, so Gügel weiter, „unverantwortlich, unmenschlich und gesundheitsschädlich“.
Der Abteilungsleiter der SpVgg Hausen, Werner Graf, reagierte überrascht auf die Vorwürfe Gügels und sah auch sich und seine Abteilung angegriffen: „Es stimmt, dass die Temperaturen in der Halle nicht optimal sind. In diesem Zusammenhang werden wir auch mit der Gemeinde Kontakt aufnehmen. Aber dafür brauche ich Herrn Gügel nicht.“
Graf, der sagte, er selbst habe am Freitag „in kurzer Hose und Trikot, wie sich das gehört“, in der Halle Tischtennis gespielt, sieht das Problem ohnehin zu hoch gehängt: „Die von Herrn Gügel erwähnten sechs Grad, die es in der Halle gehabt haben soll, können nicht stimmen. Ich habe es zwar nicht nachgemessen, aber die Tischtennis-Hallenordnung, nach der es mindestens 15 Grad haben muss, haben wir denke ich schon eingehalten. Jedenfalls hat es am Spieltag keinen Einspruch gegeben.“
Anfechten will Richard Gügel, der nach eigener Aussage mit Thermometer nachgemessen hatte, die Partie auch gar nicht: „Es geht mir nicht um das verlorene Spiel. Es geht mir um die Sporthalle, die eiskalt ist. Andere Hallen sind doch auch ordentlich beheizt.“
Bürgermeister Franz Renker, den Gügel anrief und noch das besagte Schreiben schickte, sieht die Ursachen in der Witterung. „Die Halle stammt aus den 70er Jahren, die muss dringend energetisch saniert werden. Wenn es draußen wie zuletzt minus 17 Grad hat, zieht die Kälte durch den Betonbau und es wird nochmal kälter.“ Den Vorwurf, die Halle sei um Heizöl zu sparen, erst gar nicht richtig beheizt worden, weist Renker von sich: „Der Hausmeister hätte noch die Möglichkeit gehabt, die Heizung ein wenig höher zu drehen. Ich habe ihn jetzt auch angewiesen, das zu tun.“ Zudem gebe es anhaltend Probleme mit dem Blockheizkraftwerk der Halle.
