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Kleiner Pilz sorgt für gebrechliche Eschen im Landkreis

Eschentrieb-Sterben: Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz gibt wichtige Infos - 23.09.2017 12:00 Uhr

Kahle Eschen und Eichen mit wenigen verbliebenden Blättern: Das Eschentriebsterben ist ein bayernweites Phänomen. © Jens Kalaene (dpa)


Was löst das Triebsterben aus?

Grund ist ein Pilz (das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“), der die Esche befällt und die Wasserversorgung innerhalb des Baumes zerstört.

Wie infizieren sich die Bäume?

Die Hauptfrucht des Pilzes entwickelt sich am Boden auf den alten Eschenblättern. Die Bäume infizieren sich durch die Sporen des Pilzes, die vom Wind an die frischen Blätter der Esche gebracht werden. Die Sporen schlagen dort Wurzeln und besiedeln den Baum über die jungen Blätter bis ins Holz. Die Infektion erfolgt ausschließlich über die Sporen der Hauptfrucht. Das Holz selbst ist nicht infektiös.

Was sind die Symptome?

Braunfärbung der Blätter, Welke des infizierten Blattes, zeitlich deutlich verzögert eine beige-braune bis orange-braune Rindernekrosen (Verfärbungen an Zweigen), blau-graues bis dunkelbraunes Holz unter den Nekrosen, Verbuschung durch schlafende Knospen (die großen Blätter fallen ab und an deren Stelle viele kleine Blätter). Jungpflanzen sterben völlig ab, Altbäumen sterben die Kronen langsam ab, weshalb der Baum lichter erscheint. Durch die schlafenden Knospen treibt der Baum wieder aus. Dies kann ein Absterben aber in der Regel nicht verhindern. Geschwächte Bäume sind anfällig für weitere Krankheiten.

Ist eine Bekämpfung möglich?

Nein – wegen des extrem weit verbreiteten Auftretens der Krankheit und des Infizierungsweges.

Wo liegt die eigentliche Gefahr?

Bei fortschreitendem Krankheitsverlauf sterben immer wieder Äste und Kronenteile ab, die abbruchgefährdet sind. Deshalb ist bei sämtlichen Eingriffen in den Eschenbestand erhöhte Vorsicht geboten. Bei jeglichen Arbeiten sollte ein Helm getragen werden, um sich vor herunterfallenden Ästen zu schützen. Keilen muss vermieden werden, da man tote Äste vom Baum lösen könnte. Falls vorhanden, würde die Nutzung einer Seilwinde das Gefahrenrisiko erheblich senken. Entlang von Straßen und in öffentlichen Anlagen muss hinsichtlich Verkehrssicherung besonders auf befallene Eschen geachtet werden. Diese sollten zeitnah entfernt werden.

Kann man das geerntete Holz liegen lassen?

Nein, es sollte unverzüglich abtransportiert werden, da man so dem Eschenbastkäfer keinen Lebensraum lässt, der den Krankheitsbefall bei noch stehenden Bäumen beschleunigt. Der Eschenbastkäfer ist ein Borkenkäfer, der sich seinen Lebensraum in der Esche sucht und bei guten Verhältnissen zu Massenvermehrung neigt und dann auch noch gesunde Bäume befällt.

Was soll mit dem Totholz geschehen?

Abgestorbene Bäume können nur dann als stehendes Totholz belassen werden, wenn sie nicht mehr Bruttauglich sind, da sonst die Gefährdungssituation des Restbestandes steigt (Eschenbastkäfer). Erkennbar ist die nicht mehr vorhandene Bruttauglichkeit übrigens an einer leicht ablösbaren Rinde.

  

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