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Kleinsendelbach und der Ärger um einen Radweg

"Achtung, Schlagloch!": VG und Straßenbauamt Bamberg widersprechen sich - 17.06.2018 20:00 Uhr

Achim Flurer und die Ritzen des Anstoßes: Auf dem Radweg von Neunkirchen am Brand nach Kleinsendelbach und umgekehrt sorgen Baumwurzeln und Frostschäden immer wieder für Beanstandungen der Nutzer. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Etwa drei Mal die Woche nutzt Achim Flurer den Radweg zwischen seinem Dorf und Neunkirchen und wer wie er, entweder mit dem Alltagsrad zum Einkaufen fährt oder auf dem Rennrad seinem Lieblingssport nachkommt, dem ist die Strecke so vertraut, dass er nicht mehr auf Einzelheiten achtet.

Als Achim Flurer allerdings in der Dunkelheit sein Rad Richtung Heimat lenkte, und ihn die entgegenkommenden Autos auf der parallel zum Radweg führenden Straße blendeten, hielt er sich spontan die Hand vor Augen. In diesem Moment fuhr er über eine Baumwurzel-Verwerfung, geriet in die Längsrille und stürzte.

Das Malheur veranlasste Achim Flurer, wie er betont — zum wiederholten Mal — eine Beschwerde an die Verwaltungsgemeinschaft Kleinsendelbach-Dormitz-Hetzles zu richten, damit die sich um den Zustand des schadhaften Weges kümmert. „Woanders heißt es ,Danke, dass Sie uns darauf hinweisen‘, da ist man zuvorkommend“, schildert der Betroffene seine Erfahrungen. In der VG bekomme er lediglich immer wieder zu hören, dass das Straßenbauamt Bamberg für den Radweg zuständig sei.

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„Wenn‘s hoch kommt, stellen die von der VG das Schild mit der Aufschrift ,Fahrbahnschäden‘ auf. Irgendwann ist das dann wieder weg, ohne dass viel passiert ist“, sagt der passionierte Radsportler Achim Flurer.

Dem widerspricht die mit den Vorwürfen konfrontierte Bürgermeisterin von Kleinsendelbach, Gertrud Werner, vehement. Die hauptberufliche Lehrerin ging am Freitag Mittag nach Schulschluss sofort die fragliche Strecke ab und zog einen Mitarbeiter aus dem Bauhof zu Rate: „Wir haben die Längsrillen immer wieder mit Asphalt ausgebessert, also derzeit bleibt da keiner mit dem Radreifen hängen“, sagt die Pädagogin.
An einer Stelle sei es allerdings tatsächlich so, dass die Wurzeln langsam hochkommen, aber „wir haben ein Kind beobachtet, das ohne Probleme über die angebliche Gefahrenstelle fuhr“, so die Bürgermeisterin.

Im übrigen habe man den Radweg nicht im Grundbuch dokumentieren lassen, weil er nur zu einem kleinen Teil nach Kleinsendelbach gehöre. Im fraglichen Bereich der Brücke sei das Staatliche Straßenbauamt Bamberg zuständig.

Radweg auf der Seku-Trasse

Ein Spiel um den Schwarzen Peter? Innerhalb eines halben Jahres hat sich Achim Flurer eigenem Bekunden nach etwa fünf Mal bei der VG beschwert und sei jedesmal nach Bamberg verwiesen worden. Dort habe man ihm höflich aber bestimmt gesagt, dass die VG Kleinsendelbach sich um die Sache kümmern müsse.

Gertrud Werner sagt, dass die VG „kein Baulastträger“ des Radweges sei, der Anfang der 70er Jahre teilweise auf der alten Trasse der Seku ausgebaut worden sei. Nach dem Bau der Umgehungsstraße falle das größere Teilstück in die Verantwortung der Staatlichen Straßenmeisterei in Bamberg. „Aber wir werden in unserem Bereich die Risse wieder richten lassen“ verspricht sie allen verärgerten Radlern.

Sie ärgern sich über Hindernisse auf ihren täglichen Wegen? Melden Sie sich in der NN-Redaktion unter der Telefonnummer (09191) 722020 oder per E-Mail unter redaktion-forchheim@pressenetz.de Die Redaktion Forchheim hakt bei den zuständigen Kommunen nach.

  

Ursula Persak

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