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„Das bedeutet nicht, dass wir zahlungsunfähig sind“, erläutert Landrat Reinhardt Glauber. Trotz des Defizites sei „die Klinik Fränkische Schweiz gut aufgestellt“, betont der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Klinik Fränkische Schweiz gGmbH. Das habe ihm auch der neue Geschäftsführer Uwe Möller-Ühlken bestätigt, der seit Januar das Krankenhaus übergangsweise leitet (wie berichtet). Doch um den nötigen Kredit von den Banken zu bekommen, sei eine Bürgschaft von 500000 Euro notwendig. Die Mitglieder des Kreisausschusses sollen in ihrer Sitzung am Donnerstag diesen Schritt absegnen.
Dass die Klinik mit einem Minus das Jahr 2012 abschließt, sei klar gewesen. Mit 1,1 Millionen Euro habe man Anfang des Jahres gerechnet. „Dass das Defizit jetzt so hoch ist, hat mich schon sehr überrascht“, gibt Glauber zu, denn 2011 habe man noch ein Plus von 400000 Euro gehabt. Den Aufsichtsrat der Klinik hat der Landrat bereits über die prekäre Lage informiert. „Die Aufsichtsräte sind genauso erschrocken wie ich“, gesteht er.
Der allgemeine Tenor sei: „Wir müssen sehen, dass wir die Klinik wieder in ein positives Fahrwasser bringen“, erläutert Glauber im Pressegespräch. Denn eines sei für ihn und auch für den Aufsichtsrat ganz klar: „Wir wollen die Klinik erhalten.“ Das Krankenhaus mit seinen 250 Mitarbeitern sei enorm wichtig für die medizinische Versorgung der Fränkischen Schweiz.
Was sind die Gründe für das Defizit? Die Erlöse der Klinik seien im vergangenem Jahr um rund 1,3 Millionen Euro von 17,7 auf 16,4 Millionen Euro zurückgegangen. Das sei zum Teil auf den Chefarztwechsel zurückzuführen — der Herzspezialist Dr. Volker Schibgilla wechselte im Oktober 2012 an das Waldkrankenhaus Erlangen und habe sicherlich Patienten mitgenommen. „Das hat uns weh getan“, sagt Glauber. Allein im Dezember seien die Belegungszahlen an der Klinik so sehr gesunken, dass 450000 Euro weniger als geplant eingingen.
Daneben habe die Umstellung von der Servicegesellschaft auf den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, nach dem jetzt das Pflegepersonal wieder bezahlt wird, zusätzliche Kosten von 240000 Euro verursacht. Die Tariferhöhung habe 240000 Euro gekostet, die Pflegekräfte auf Honorarbasis, die für die Intensivstation benötigt wurden, 500000 Euro, listet der Landrat auf. Daneben hätten letztes Jahr noch zusätzliche einmalige Kosten über rund 440000 Euro den Haushalt belastet — zum Beispiel für Brandschutzmaßnahmen, für die Kinderkrippe und für die Intensivplanung.
Wie geht es weiter? Geschäftsführer Uwe Möller-Ühlken sei sich sicher, dass die Klinik wieder in schwarze Zahlen geführt werden kann. Der 69- Jährige, der 31 Jahre lang das Klinikum Coburg geleitet und zuletzt den Zusammenschluss von fünf Krankenhäusern dieser Region begleitet hat, soll nun für die Ebermannstädter Klinik bis Ende März ein Sanierungskonzept ausarbeiten. „Wir müssen sehen, dass wir wieder Geschäftsfelder bekommen, die Geld bringen“, so Glauber. Dabei müsse man kreativ sein, Abläufe genau anschauen und Gespräche führen — auch mit Krankenhäusern in der Region. „Alles muss denkbar sein.“ Damit meint Glauber aber nicht den Verkauf der Klinik: „Das wäre das Schlechteste, was wir machen könnten.“ Solange er da sei, werde das nicht passieren.
Gleichzeitig erstellt Professor Peter Oberender, Unternehmensberater im Gesundheitswesen, derzeit ein Gutachten, wie eine Kooperation mit dem Klinikum Forchheim aussehen könnte. Auch dieses Gutachten soll Ende März vorliegen. „Diese zwei Ergebnisse wollen wir abwarten“, kündigt Landrat Glauber an. Dann wird es spannend. „Die Mitarbeiter der Klinik leisten Hervorragendes“, versichert der Landrat am Ende. „Sie müssen keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Wir werden alles tun, dass das Haus erhalten bleibt.“

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