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Klinik-Kooperation rückt näher

Personalwechsel an der Spitze macht Weg frei für Gespräche mit Forchheim - 20.04.2012 18:04 Uhr

Geschäftsführer Thilo Penzhorn (v.li.), Chefarzt Volker Schibgilla und Dr. Axel Jakob verlassen die Klinik, Chefarzt Eberhard Kuon (re.) bleibt. © Huber


„Nichts ist beständiger als der Wandel“, sagte Reinhardt Glauber, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Klinik Fränkische Schweiz gGmbH, zu Beginn des Pressetermins, in der er die personellen Veränderungen (wir berichteten) nun offiziell bestätigte. Dr. Volker Schibgilla sei in den letzten 16 Jahren bereits der fünfte Chefarzt, der die Klinik verlässt „und immer ging es weiter“. Auch ein Wechsel in der Geschäftsführung sei nichts Unübliches: Thilo Penzhorn wird Ende des Jahres das Krankenhaus verlassen.

Allerdings betonte der Landrat, dass nicht irgendwelche Differenzen zu dem Personalwechsel in der Klinik führen, sondern ganz normale Gründe: So werde Dr. Schibgilla zum 1. Oktober 2012 ins Waldkrankenhaus Erlangen wechseln, weil eine Chefarztstelle frei geworden sei. Seine Frau arbeite ebenfalls dort, zudem lebe der Mediziner in Erlangen. Der Wechsel sei daher nachvollziehbar, so Glauber. Dennoch bedauere er den Weggang des Chefarztes sehr, schließlich schätze er ihn menschlich wie fachlich sehr.

Das einzige, was Glauber umtreibt, sei dessen Wechsel in ein nahes Krankenhaus, wie er offen zugibt. Aufgrund seiner fachlichen Qualitäten werde der Kardiologe, dessen Schwerpunkt die Elektrophysiologie ist, sicherlich einige Patienten „mitziehen“. Auch der Internist Dr. Axel Jakob, der mit Schibgilla eng zusammenarbeitet, wechselt zum gleichen Zeitpunkt ans Waldkrankenhaus Erlangen. Dessen Stelle werde neu ausgeschrieben, während Dr. Samir Murad, der in Ebermannstadt bereits tätig ist, die Arbeit des scheidenden Chefarztes im Hause fortführen werde. Ob die Stelle des Chefarztes neu besetzt wird, sei derzeit noch unklar.

„Nur ein Zufall“

Dass Geschäftsführer Thilo Penzhorn nahezu zeitgleich die Klinik Fränkische Schweiz verlassen wird, sei ein Zufall, sagt der Landrat. Der 49-Jährige leitet seit zehn Jahren die Klinik. Ihm sei nun eine besser dotierte Stelle am Krankenhaus in Kitzingen angeboten worden. Penzhorn werde auf eigenem Wunsch Ende des Jahres vorzeitig aus dem Arbeitsvertrag entlassen. Er wäre gern zwei Monate früher gegangen, das sei aber nur möglich, wenn sich bis dahin ein Nachfolger gefunden hat – oder möglicherweise eine andere Lösung, so Glauber. Damit sprach der Landrat eine weitere, möglicherweise grundlegende Veränderung an.

„Der Aufsichtsrat hat einstimmig beschlossen, dass wir dem Forchheimer Klinikum und dessen Träger Verhandlungen hinsichtlich einer Zusammenarbeit im Klinikmanagement und im medizinischen Bereich anbieten.“ Mit Oberbürgermeister Franz Stumpf sei er bereits im Gespräch. Gemeinsam wolle man einen Weg finden, wie man beide Häuser unter einem Dach zusammenführen könne.

Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen sei das kein leichtes Unterfangen: Träger des Forchheimer Krankenhauses ist die Vereinigten Pfründnerstiftungen, während die Klinik Fränkische Schweiz eine gemeinnützige Gesellschaft ist, deren alleiniger Gesellschafter der Landkreis Forchheim ist. Wie die Zusammenarbeit künftig aussehen könne, müsse nun in den nächsten Wochen ausgelotet werden. Der Wille dazu sei auf beiden Seiten vorhanden. „Aber eines muss klar sein: Es muss für beide Seiten ein Gewinn sein“, betont Glauber.

In drei Wochen sei eine weitere Aufsichtsratssitzung. Dann sei möglicherweise die „grobe Ausrichtung“ schon etwas klarer. Nur sehr vorsichtig äußert sich Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf zu der neuen Entwicklung: „Es werden Gespräche geführt und es scheint nicht der falsche Zeitpunkt zu sein“, sagt er. Aber was Konkretes gebe es noch nicht.

Die Kooperation beider Kliniken im Landkreis war in den letzten Jahren immer wieder gefordert worden. Doch nie zustande gekommen. Erst vor wenigen Tagen hat der CSU-Kreisverband erneut eine solche Zusammenarbeit gefordert. Personelle Aderlässe sowie Änderungen in Schlüsselpositionen im medizinischen und verwaltungsspezifischen Bereich seien Signale für politisch nun anzugehende Weichenstellungen, schrieb CSU-Kreisvorsitzender Udo Schönfelder in einer Pressemitteilung.

Zudem hat der CSU-Landtagsabgeordnete Eduard Nöth vorgeschlagen, dem Projekt „Klinik-Kompetenz-Bayern“, in dem bereits etwa 30 Krankenhäuser vernetzt sind, beizutreten. „Dazu haben wir schon vor längerer Zeit einen Antrag gestellt“, informiert nun Landrat Glauber. Die Entscheidung über die Mitgliedschaft werde am 30. April gefällt. 

VON MARIA DÄUMLER

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