Sonntag, 18.11.2018

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Landratsamt Forchheim wird von der UNO ausgezeichnet

Internationale Lorbeeren für die Wässerwiesen und die Kopfeichen - 05.04.2018 08:00 Uhr

Johannes Mohr leitet im Landratsamt Forchheim den Fachbereich der ökologischen Kreisentwicklung und ist gleichzeitig Leiter des Wässerwiesen-Projektes. Zwischen Reuth und Forchheim stellt er eines der historischen Wehre für das Bewässerungssystem im Wiesenttal vor. © Stefan Braun


Wer nicht selbst im Umwelt- und Artenschutz aktiv ist, wird es wohl (leider) kaum bemerkt haben: Wir befinden uns in der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 dem Schutz der Biodiversität und der Artenvielfalt gewidmet und die Länder dazu aufgerufen, ihre Bürger für das Thema zu sensibilisieren — denn die Vielfalt an Tieren und Pflanzenarten ist weltweit seit Jahren in Gefahr.

Und Forchheim hat sich jüngst in diesem Wettbewerbe behauptet — mit gleich zwei Vorhaben. Zwei Jahre dürfen sich die Projekte laut UN mit dem Zusatz „ausgezeichnetes UN-Dekadeprojekt“ schmücken, eine finanzielle Unterstützung gibt es allerdings nicht.

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Das Landratsamt startete im vergangenen Jahr ein Projekt zur Erhaltung der sogenannten Wässerwiesen. „Mit ihren Grabensystemen bilden sie wichtige Lebensräume, Nahrungshabitate und Brutreviere“, beschreibt es das Landratsamt. Hochspezialisierte Insekten, wie die Sumpfheuschrecke, seien dort heimisch, die Wiesen dienten auch den Zugvögeln als sicherer Rastplatz und Wiesenbrüter, wie etwa der gefährdete Wachtelkönig, fänden dort eine Bleibe. Und: Laut Studien gehört das Projektgebiet europaweit noch zu den zwölf am besten erhaltenen Bewässerungssystemen.

Auch das Projekt „Kultur- und Naturlandschaft mit Kopfeichen am Hetzleser Berg“ darf sich bald mit dem Titel „Ausgezeichnetes UN-Dekade-Projekt“ schmücken. Denn, obwohl es im ersten Moment überraschend klingen mag — es gibt kaum noch morsche Bäume in Bayern. Dabei ist das tote Holz wichtig für das Ökosystem.
Vor allem Käfern, wie dem Eremiten oder dem geschützten Blatthornkäfer, bieten sie laut Angaben des Landratsamts ein Refugium: Etwa 1000 Kopfeichen gibt es noch am Hetzleser Berg, einige von ihnen sind bereits 300 Jahre alt.

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Pilze zersetzen das Holz, die Käfer nisten sich in sogenannten Mulmhöhlen ein. Dort leben sie über mehrere Generationen.
Der Landschaftspflegeverband Forchheim kümmert sich mit den Eigentümern um die Bäume und schützt sie so vor dem Zerfall, beispielsweise durch die Witterung. Der Bayerische Naturschutzbund stemmt auch hier einen Teil der Kosten.

Seit Juni 2012 werden wöchentlich beispielhafte Projekte zur „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ vorgestellt. Jeder, der sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Forschungs-, Bildungs- oder Schutzmaßnahmen einsetzt, kann seine Bewerbung im Internet auf www.undekade-biologischevielfalt.de einreichen.

  

Tanja Toplak-Páll E-Mail

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