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Bürgermeister Hermann Ulm dankte zunächst allen, die bei den jüngsten Wahlen in den Ortsverbänden wieder Verantwortung übernommen haben. Kunreuth und Ermreus haben dabei einstimmig beschlossen, ihre Ortsverbände zusammenzulegen. „Feldflur ist mehr als nur eine Spielwiese und Erholungsraum, sondern eben ein Wirtschafts- und Lebensraum, bewirtschaftet von Bauern, die im wörtlichen Sinne Bodenhaftung haben“, sagte Ulm zur Bedeutung der Landwirtschaft.
In Anlehnung an die Aktion der Gewerkschaften hatte zuvor BBV-Kreisobmann Hermann Greif die Sitzung mit einer Schweigeminute gegen politischen Extremismus eröffnet. Er freute sich über die breite Präsenz der Ehrengäste. Der Landkreis war von Landrat Reinhardt Glauber über alle Fachbereiche aus der Forst- und Landwirtschaft bis hin zum Bund Naturschutz vertreten. Greif schlug dann einen weiten Bogen über die Aktivitäten des BBV während der zurückliegenden Legislaturperiode. Dabei unterstrich er die Funktion des BBV an vorderster politischer Front. „Wie soll denn ein Abgeordneter, der ständig neue Themen hat, fachgerecht abstimmen können“, betonte er die Vermittlerrolle des Bauernverbandes. Er prangerte diverse Pläne Brüssels an, wie sieben Prozent der Produktionsflächen stillzulegen, oder auch nur noch „aktive Landwirte“ zu fördern.
Die Landwirte ermahnte er, auch mit Blick auf den Bereich Leutenbach und Thuisbrunn, wachsam mit ihren Flächen im Hinblick auf Windenergie umzugehen. „Es sind unsere Flächen und wir sollten den Ton angeben. Nur das Land kann erneuerbare Energie liefern, nicht die Städte. Lasst euch nicht schnell von Aasgeiern Flächen unterschreiben. Ihr müsst es letztlich aushalten. Wenn, dann macht es selbst, nehmt die Bürger mit“, appellierte er eindringlich. Lokal ging Greif auf die Umzugspläne des BBV in Forchheim an den Stadtrand von Forchheim-Süd ein und auf die Baupläne des Amtes für Ländliche Entwicklung in Bamberg.
Dem anwesenden Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk, übergab Greif zusammen mit Kreisbäuerin Rosi Kraus und Kreisgeschäftsführer Werner Nützel eine Liste mit 732 Unterschriften gegen Flächenentzug. Damit fordern die Landwirte aus dem Landkreis Forchheim ein Schutzprogramm ihrer Äcker, Wiesen und Wälder. Hintergrund ist, dass der bayerischen Landwirtschaft seit 1970 durch Siedlungsbau, Verkehrsmaßnahmen und Ausgleichsflächen rund 500000 Hektar Fläche entzogen wurden. 16 Hektar gingen jeden Tag verloren, so dass statistisch jeden zweiten Tag ein durchschnittlicher bayerischer Bauernhof seine Existenzgrundlage verliert.
Zusammen mit Rosi Kraus und Werner Nützel dankte er mit einem Präsent dann den 20 Familien, die sich an der Aktion „Kindertag auf Bauernhöfen“ beteiligten. Dies schaffe Verständnis und Verbindung.
Hartmut Koschyk referierte dann sehr anschaulich über das Thema „Euro-Stabilität durch den Euro-Rettungsschirm“. Dabei plädierte er eindeutig für die Einheitswährung. Beim Thema erneuerbare sprach er sich nachhaltig für die genossenschaftliche Betriebsform aus. Die „Affäre Wulf“ kommentierte er mit den Worten: „Das Jagdfieber ist befriedigt, wenn die Beute erlegt ist, ein später Freispruch nützt da nichts mehr“. Freilich sah auch Koschyk, dass der Rücktritt unvermeidbar war.
Schwerere Kost bot stellvertretender Direktor Ludwig Ziegler, Bayreuth, der über die Neuordnung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung referierte. Auf Grund des Strukturwandels in der Landwirtschaft und die damit verbundene rückläufige Zahl wurde eine einheitliche Sozialversicherung für Landwirtschaft. Forsten und Gartenbau gebildet.
Werner Nützel fasste dann die zurückliegenden Ereignisse im örtlichen BBV zusammen. Auf die jüngsten Wahlen eingehend bedauerte er, dass in Forchheim, Hausen, Lilling, Oberehrenbach und Zaunsbach bis dato keine neue Ortsbäuerin gefunden werden konnte. Ende 2011 zählte der BBV-Kreisverband bei 16 Neuaufnahmen und 25 Kündigungen noch 3115 Mitglieder.
Zahlreiche Termine stehen im Jahr 2012 an: 29. Februar Schulung der neu gewählten Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner in Hirschaid, 1. März Unterstützung des BBV bei der Ausrichtung des Landfrauentages in der Forchheimer Jahnhalle, 7. März Fachveranstaltung für das Steuerrecht in Gosberg, 2. Mai Sonderzug an die Mosel mit der Landfrauengruppe und vom 22. bis 30. September zentrales Landwirtschaftsfest in München.
Nach vorne in die Region blickend, freute sich Hermann Greif über die große Offenheit der Pinzberger Bauern am 8. Juli anlässlich der 950-Jahr-Feier des Ortes einen „Tag des offenen Hofes“ auszurichten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bayerischerbauernverband.de
