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Lieber reduzierte Strecke als Blamage

Weil im Training allein das Aufwärmen eine Herausforderung ist - 08.08.2018 11:15 Uhr

Patrick Schroll bei einer schweißtreibenden Trainingseinheit auf der Sportinsel. © Schroll


Die anderen Schützlinge von Lauf-Coach Michael Cipura wirken auf mich mit ihrer Funktions-Kleidung wie alte Hasen, die sofort loslegen können. Sie wollen das ja auch, haben einen Halbmarathon im Visier. Ich, etwas eingeschüchtert, stelle mich als Anfänger vor, der nie über 2 km hinausgekommen ist. Meine persönliche Schmack vom Urlaub, als mich mein Kreislauf fast zum Bettvorleger beim kroatischen Bäcker machte, verschweige ich natürlich.

Ein David unter lauter Goliaths

Es ist der Zeitpunkt, kleinere Brötchen zu backen, um am Ende überhaupt etwas in den Händen zu halten. Mein neues und nun offizielles Ziel für den Fränkische Schweiz-Marathon sind ab jetzt zehn Kilometer. Ich muss realistisch bleiben.

Wie gerufen — und ich habe Sie, liebe Leserinnen und Leser, ja auch dazu aufgerufen, mich bitte in den dunkelsten Phasen meines Lauftrainings zu motivieren — flatterte nach der ersten Kolumne ein Brief in die Redaktion ein: Egon Landgraf, mit fast 85 Jahren immer noch unterwegs, hat mir geschrieben. Mit 39 Jahren half ihm die Bewegung, das beruflich bedingte stressige Leben umzukrempeln. Wir trafen uns und ich erhielt allerhand Tipps und Trainingsbücher.

Puls? Noch Vorhanden

Coach Cipura schickt uns beim Training zwischen den schattenspendenden Bäumen zum Aufwärmen. Zwei Kilometer im lockeren Laufstil, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Alleine schon die Aufwärmstrecke ist meine bisherige Maximaldistanz, die fünf Kilometer unerreichbar. "Wie ist Euer Puls?", fragt Michael nach einem Kilometer in die Runde. "Ich lebe noch, also muss ich Puls haben", übe ich mich in Galgenhumor.

Eine kurze Verschnaufpause und schon laufe ich Meter um Meter gen untergehender, heißer Sonne, immer auf der Suche nach Schatten. Ich kann nicht mithalten mit den Routiniers. Michael begleitet mich und verwickelt mich während des Laufs auch noch in ein Gespräch. Solange ich reden kann, mute ich meinem Körper nicht zu viel zu. 

Ein erster wichtiger Tipp meines Trainers. Zwei, drei Minuten im Jogging-Tempo und das in Abwechslung mit Gehen ist der richtige Start in die Laufkarriere rät mir Michael. Ungeduld hingegen ist kein guter Ratgeber.

Optimierungsbedarf beim Material

Ich komme stark ins Pusten bei der Hitze, kann aber meine Geschwindigkeit halten. In rund 7:15 Minuten überwältige ich meine bisherige Maximaldistanz und laufe überglücklich in das Ziel. Weiter geht es mit der nächsten Einheit im hügligen Burker Wald. "Kräftigung" in Intervallen steht auf dem Programm. 210 Höhenmeter überwinden wir in einer Stunde; 6,7 Kilometer bei einer durchschnittlichen Kilometerzeit von 8:43 Minuten.

Im Nachgang spüre ich mit jedem Schritt die bislang unbekannte Beanspruchung der Muskulatur. Auch die Kniegelenke machen sich bemerkbar. Kein Wunder, findet die Trainingsgruppe, und verweist auf meine 08/15-Schuhe. Da muss ein Experte herangezogen werden. Fortsetzung folgt...

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Patrick Schroll Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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