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Eigentlich wurden die Weichen für ihre späteren Vorlieben schon vor 45 Jahren gestellt. 1966 kam ein vollbärtiger junger Mann von Nürnberg nach Egloffstein und fing in der frisch eingerichteten Raiffeisenkasse eine neue Arbeitsstelle an. Es dauerte nicht lange und noch im gleichen Jahr waren Lilo und Christian Meier ein getrautes Paar.
Er begann seine Karriere als Politiker im Gemeinderat 1972 und brachte es bis zum Ehrenbürger seiner Gemeinde (wir berichteten). Sie fühlte sich schon immer zu Theater und Musik hingezogen: Als Klavier- und Akkordeonspielerin, als Sängerin und Schauspielerin, die vor 40 Jahren damit begann. Die Egloffsteiner Volksbühne war auf der einen Seite ihre künstlerische Heimat, die Egloffsteiner Burgspatzen, 1968 gegründet, auf der musikalischen Seite.
Und überall gab sie ihr Bestes: mit ihrer unaufdringlichen, einprägsamen Schauspiel-Art, mit ihrer tollen, ausgebildeten Stimme, mit ihrer prägenden und selbstverständlichen Einstellung zu Heimat und Kultur. Noch heute hat sie eine Tasche mit Volks-Liederbüchern des Bezirkes Oberfranken dabei, wenn sie beabsichtigt, in einer Gemeinschaft zu spielen oder zu singen. Dass sie dabei meist eine Tracht trägt, ist bei ihr schon selbstverständlich. Und jeder ist dann bei ihren Auftritten angehalten, die alten Volkslieder auch mitzusingen und nicht nur zu klatschen.
1981 kam noch ein weiteres „ künstlerisches Standbein“ dazu: zusammen mit ihrem Mann Christian und 15 weiteren Interessierten gründete Sie in Egloffstein auf Anregung von Franz Och die „Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken“, die vor kurzem in Egloffstein ebenfalls ihr rundes Jubiläum feierten.
Lilo Meier ist natürlich auch seit vielen Jahren im Egloffsteiner Gesangverein aktiv, sie leitet den singenden „Frauenkreis“ und sie trainiert die Kindertanzgruppe des Heimatvereins, den ihr Mann mittlerweile als „Pensionist“ anführt. Schließlich arbeitet sie seit vielen Jahren halbtags in der Egloffsteiner Touristinfo, betreut die zahlreichen Gäste, die alljährlich hierher kommen – und veranstaltet Konzerte und Liederabende für Gäste wie für Einheimische.
Daher war Adolf Hofmann aus Waischenfeld auch in Doppelfunktion gekommen, um zum runden Jubiläum zu gratulieren: auf der einen Seite als Dirigent und Vorsänger der Männergesangsformation „Belcanto vokale“ (Kulturpreisträger des Landkreises Bayreuth), die in der Küche ein „Ständchen“ sangen und als Leiter der Touristinfo Waischenfeld, als „beruflicher Kollege“ sozusagen.
