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Aus dem Plakat blicken stolze Männer auf den Betrachter. Edmund Schmidt deutet auf drei Porträts: „Das ist mein Großvater, das mein Vater, hier bin ich.“ Das Plakat hat der Forchheimer mit ins Stadtarchiv gebracht, dazu noch Protokollbücher aus mehreren Jahrhunderten und die Statuten des Maurer- und Steinhauer-Vereins. Zur Wahrung der Traditionen und zur Unterstützung bedürftiger Mitglieder wurde er 1857 gegründet.
Es ist ein schwerer Gang für Edmund Schmidt gewesen, doch der einzige Weg, den Verein nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. Vergangenes Jahr hat der 83-Jährige alle Mitglieder zu einem letzten Treffen eingeladen. Von 21 kamen gerade einmal sieben. „Wir hatten den letzten Neuzugang vor 15 Jahren“, berichtet Schmidt. Ein Vorsitzender fehlt auch schon seit einiger Zeit, Schmidt war zuletzt Kassier.
Dass die historischen Unterlagen nicht im Papierkorb verschwanden, nennt Stadtarchivar Rainer Kestler „ein großes Glück“. Anhand der Unterlagen könne man die Geschichte des Maurer-Handwerks in der Stadt nachvollziehen. 1681 wurde die Zunft der Maurer und Steinhauer gegründet, kurz nach der Auflösung der Zunft schließlich der Verein ins Leben gerufen. Teilweise waren über 50 Mitglieder aktiv, die unter anderem bei Prozessionen ihren Schutzheiligen Michael vor sich her trugen. „Die Statue kommt jetzt als Dauerleihgabe ins Diözesanmuseum nach Bamberg.“
Die trockenen Zahlen und Fakten stehen im Buch, die lebendigen Geschichten kennt Edmund Schmidt. 19 Jahre war er, als er das Maurer-Handwerk erlernt hat. 40 Jahre hat er beim Bauunternehmen Barthelmann gearbeitet, zuletzt als Polier. Einen anderen Beruf kann sich Schmidt nicht vorstellen. „Als Maurer erschaffst Du etwas, das ist ein gutes Gefühl.“ Das Bettenhaus-West und das Personalwohnheim des alten Krankenhauses hat er mit aufgebaut, auch als Steinhauer war er tätig, hat den Sandstein der Schlaifhausener Kirche behauen, als das Gotteshaus 1948 errichtet wurde. Und das Schulhaus in Eggolsheim ist im wahrsten Sinn des Wortes durch seine Hände gegangen. Dass er die historischen Unterlagen des Vereins nun in die Hände des Stadtarchivars gibt, war Oberbürgermeister Franz Stumpf ein persönliches Dankeschön und ein Buchgeschenk wert.
