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Mit der Dampflok durch die Fränkische Schweiz

Start des Sommer-Vergnügens ist in Ebermannstadt — Einladender Biergarten direkt an der Wiesent - 13.08.2014 16:25 Uhr

Bei der Fahrt mit einer alten Dampflok durch die Fränkische Schweiz kommen vor allem Familien auf ihre Kosten. © Hans von Draminski


Dieser Tagesausflug ist einer der Favoriten von Bernd Deschauer. Der Bamberger hat das Buch „Kinderwagen-Wanderungen“ geschrieben und ist Experte für Familienausflüge in der Fränkischen Schweiz und darüber hinaus. Die Tour startet in Ebermannstadt im Landkreis Forchheim. Dorthin kommt man mit dem Auto oder auch bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit der S-Bahn geht es bis zum Bahnhof Forchheim und von dort mit einem Regionalzug bis nach Ebermannstadt. Hier steigt man in die historische Dampflokomotive ein. 

Polster in der 1. Klasse 

Der Zug besteht aus mehreren alten Waggons. In der 2. Klasse sitzt man auf Holzbänken, nur die 1. Klasse bietet Polstersitze. „Während der Fahrt kann man von einem Waggon in den nächsten wechseln“, erzählt Deschauer. Das sei gerade für die Kinder spannend. Bei trockener Witterung und Waldbrandgefahr wird die Dampf- durch eine Diesellok ersetzt. Die Bahnstrecke führt durch das Wiesenttal und bietet einen sehr schönen Blick auf die Ruine Neideck. „Nach einer Weile kommen die ersten Felswände ins Blickfeld“, erzählt der passionierte Wanderer, der in Bamberg lebt. Während der Fahrt überquere die Museumsbahn das Flüsschen mehrmals. Die schönste Brücke liege seiner Meinung nach zwischen der Sachsenmühle und der Stempfermühle. Kurz nach dieser Eisenbahnbrücke erreicht die einspurige Bahn die Endstation Behringersmühle. Von dort geht es zu Fuß zum Bahnhof Gößweinstein, dem Ziel der Wanderung. 

Im Tal wird es eng 

Vom Bahnhof Behringersmühle folgt man dem schmalen Weg an den Gleisen entlang in Richtung Sachsenmühle. Der Weg schlängelt sich vorbei an einer Bootsstation mit schönen Sitzmöglichkeiten am Fluss bis hin zur Brücke an der Stempfermühle. Hier wechselt man die Flussseite und geht durch das Mühlengelände zum Rad- und Wanderweg. Nun gilt es, sich rechts zu halten und die Mühle auf dem Teerweg wieder zu verlassen. Im engen Wiesenttal liegen Wanderweg, Bahnstrecke, Fluss und Straße nah zusammen. Während der Wanderung hat man deshalb immer mal Gelegenheit, Bootsfahrer auf der Wiesent zu beobachten, erläutert Bernd Deschauer, der diese Strecke schon viele Male mit Frau Sabine und den kleinen Söhnen Leopold und Lorenz zurückgelegt hat.

Der Wanderweg verläuft nun etwa 2,5 Kilometer am Waldrand entlang bis zur Sachsenmühle. Für die Strecke benötigt man in gemächlichem Tempo ungefähr eine Stunde. Diese Tour eignet sich selbst im Sommer, denn der Weg liegt größtenteils im Schatten. „Sonnencreme, eine Kopfbedeckung, Wechselklamotten sowie Verpflegung sind trotzdem notwendig“, sagt der Buchautor, „Wer mit Kindern schon mal unterwegs war, der weiß, dass man sich wappnen muss.“ An der Mühle befindet sich ein schöner Biergarten mit Bänken direkt an der Wiesent und einer großen Wiese, auf der die Kinder spielen können. Außerdem ist hier ein guter Einstieg, um in der Wiesent ein erfrischendes Bad zu nehmen. „Es ist schön, wenn man genug Zeit hat, um an der Sachsenmühle ein wenig zu bleiben“, sagt Deschauer. Es lohne sich und die Kinder hätten jede Menge Gelegenheit zum freien Spiel. 

Atemberaubender Blick 

Um zum Bahnhof Gößweinstein zu gelangen, sollte man dem Weg hinter dem Biergarten weiter folgen, bis man eine Straße erreicht. Nach etwa einhundert Metern geht es etwas bergab Richtung Wiesent. Der Eingang zum Bahnhof befindet sich auf der linken Seite. Buchautor Deschauer hat einen besonderen Tipp parat. Wer auf der Rückfahrt mit der Dampflok im letzten Waggon Platz nimmt, bekommt einen atemberaubenden Blick ins Wiesenttal geboten. Eine gute Gelegenheit, um einen letzten Schnappschuss zu machen.

Die Dampfbahn Fränkische Schweiz verkehrt auf der Strecke Ebermannstadt — Streitberg — Muggendorf — Gößweinstein — Behringersmühle. Für die Strecke benötigt sie 45 Minuten. Die historischen Züge fahren jeden Sonntag und an vielen Feiertagen zwischen 27. April und 26. Oktober. Die Abfahrtszeiten sind im Netz unter www.dfs.ebermannstadt.de zu finden. 

Weitere Informationen zur beschriebenen Tour unter www.wanderzwerg.eu oder im Buch von Bernd Deschauer „Kinderwagen-Wanderungen — Fränkische Schweiz, Bamberg, Oberes Maintal, Haßberge, Steigerwald“. Das Buch ist im Wandaverlag erschienen und für 14,90 Euro im Buchhandel und in den Geschäftsstellen dieser Zeitung erhältlich.

Weitere Hinweise zu Ausflügen in die Region finden Sie in unseren Themenarchiven Ausflüge und Tipps für die Sommerferien. 

Michaela Zimmermann (Nürnberger Nachrichten)

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