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Kein Bauvorhaben hat wohl die Bevölkerung im südlichsten Ort des Landkreises Forchheim mit seinen 1520 Einwohnern in den letzten Jahren so beschäftigt, wie der Erwerb der so genannten Kupferhalle und deren Umbau zu einer modernen Mehrzweckhalle als künftiges Zentrum des gesellschaftlichen Lebens.
Gastwirt Wilhelm Holzmann hatte an seinem Anwesen gegenüber des Neubaus erneut überdimensionale Plakate aufgehängt, auf denen er ein weiteres Mal seinen Ärger über das nach seiner Meinung völlig unnötige Projekt Luft machte: mit Slogans wie „Mehrzweckhalle – Narrenhalle“ oder „1,8 Millionen Euro nicht das Ende – 120000 Euro Unterhalt“. Die Ehrengäste – unter anderem Landrat Reinhardt Glauber, Bürgermeister Gerhard Schmitt (Dormitz), die Vizebürgermeister Georg Regenfus (Hetzles) und Karl Germeroth (Neunkirchen), Altbürgermeister Alfred Schramm, der ausführende Architekten Volker Rosbigalle aus Forchheim und Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber (FW) – ließen sich ihre Feierlaune dadurch freilich nicht nehmen.
Bürgermeisterin Gertrud Werner sprach dem Gemeinderat Dank und Anerkennung für „die mutige und konstruktive Entscheidung“ aus, den Bau der in der Amtszeit ihres Vorgängers Albert Güßregen im Jahre 2003 erworbenen Halle trotz vielerlei Hürden und immer weiter steigender Kosten weiter mitzutragen. Nachdem Pfarrer Schütz für das neue Bauwerk Gottes Segen erbeten und die neue Mehrzweckhalle gesegnet hatte, ging Architekt Rosbigalle in seiner Grußadresse auf die sich über fast sechs Jahre hinziehende Bauphase ein. „Die Planungen begannen im Jahre 2005, Gestalt anzunehmen, bevor man zwei Jahre später mit den Umbauarbeiten anfangen konnte“, erinnert sich Pfarrer Schütz. 2008 wurde Richtfest gefeiert.
Die 216 Quadratmeter große, für 180 Besucher ausgelegte, sportstättentaugliche Mehrzweckhalle zeichnet sich durch Großzügigkeit und Helligkeit aus. Bodentiefe Fensterflächen sorgen für ausreichend Tageslicht im Inneren, während je nach Nutzung variables Kunstlicht für ein passendes Ambiente sorgt.
Trotz hoher Baukosten vertrauen die Kleinsendelbacher ihrer Gemeindespitze: So sagte einer der Gäste hinter vorgehaltener Hand hörbar überzeugt: „Es wird trotzdem noch Geld für die anderen, ebenfalls noch anstehenden wichtigen Maßnahmen im Dorf da sein, dafür wird unsere Bürgermeisterin schon sorgen.“
