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Mittwoch, 19.09.2018

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Morschreuther baute deutsches WM-Quartier mit auf

Eventagentur von Thomas Merz setzte Einrichtungs-Konzept in Watutinki um - 06.07.2018 10:39 Uhr

Die unter fränkischer Federführung aufwändig installierten Bühnen im Medienzentrum von Watutinki nutzten nichts: Deutschland schied bei der WM früh aus. © Foto: Christian Charisius/dpa


Da fliegt der Chef nach zwei Wochen einmal kurz nach Hause, um sich anderen beruflichen Aufgaben zu widmen und etwas zu erholen, prompt bricht das Chaos aus. Auf der einen Seite steht das sportliche Aus des Weltmeisters nach der Pleite gegen Südkorea, auf der anderen die organisatorischen Folgen für jenen Dienstleister, der bereits zum Jahresbeginn auf Hochtouren am Projekt "Watutinki", dem übergangsweisen Domizil der gesamten DFB-Delegation, gearbeitet und während des Turniers auch gewohnt hat.

Abbau über Nacht eingeleitet

"Eine halbe Stunde nach Abpfiff bekam ich einen Telefonanruf. Danach musste der Abbau eingeleitet werden. Obwohl die Spiele schwach waren, kam ja das Scheitern trotzdem irgendwie überraschend", erzählt Thomas Merz. Im Turnierbetrieb ist der studierte Betriebswirt Merz als einer von zwei Geschäftsführern bei act3 selbst ein alter Hase. Der Auftrag im südwestlich der russischen Hauptstadt gelegenen Hotel-Ressort markierte aber eine neue Herausforderung für den gebürtigen Morschreuther, der bis zu seinem Abschied als Vorsitzender 2015 dem SV Moggast ein paar seiner professionellen Ideen einhauchte.

Nicht zum Kabelverlegen oder Catering teilte der 51-Jährige sein Team ein, sondern zur Ausgestaltung der Räumlichkeiten im Medienzentrum. Neben dem Platz für Sponsorenflächen sollten Deko-Elemente wie Poster-Aufsteller die einheitliche Markenkommunikation des Verbandes präsentieren.

Mannschaftssitzungen im Hörsaal

Motivationssprüchlein für die Spieler gab es obendrein. Während die Pressekonferenzen im Ambiente eines Kinos stattfanden, versprühte im Zimmer für die Mannschaftssitzungen eine Tribüne den Charme eines Hörsaals. Auch an der Ausstattung des Fitness-Zelts auf dem nahen Trainingsgelände des ZSKA Moskau beteiligten sich die Herzogenauracher. 

Seine professionelle Distanz bröckelte nur einmal kurz. Bei der groß inszenierten Ankunft der Mannschaft, zu deren Spieler, Trainer und Begleiter Thomas Merz ab und an direkten Kontakt haben würde, schwärmte er innerlich wie ein gewöhnlicher Fan. "Das war schon ein Erlebnis." Positiv empfand der Franke außerdem die Stimmung in Moskau und der Fan-Zone. "Die Begeisterung der Menschen steht der bei den Turnieren in Brasilien und Südafrika in nichts nach", erklärt Merz, der den Großteil seiner 50 mit nach Russland gereisten Kollegen im klassischen Metier des Unternehmens von der Gästebetreuung bis zur öffentlichkeitswirksamen Aktion in einem Kaufhaus einsetzt. Weil das Achtelfinale nun entgegen der Planung ohne deutsche Beteiligung stattfindet, zeigt sich der Chef erst wieder zum Halbfinale und Finale bei der WM und muss sich keine Gedanken mehr um Watutinki machen. 

Kevin Gudd Nordbayerische Nachrichten Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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