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Paul Fadler gehörte zum deutschen Nationalteam bei der Science-Olympiade für Jugendliche. Geprüft wurde dort das Wissen in den Fächern Biologie, Physik und Chemie. Anfang Dezember fuhr der Hetzleser mit seinen Teamkollegen nach Durban und verglich dort sein Wissen mit Altersgenossen aus allen Teilen der Erde, Irländer waren dabei, Russen, Australier, Taiwanesen, viele Afrikaner.
Zirka 270 Teilnehmer waren es insgesamt, sagt Paul. Alle wohnten im gleichen Hotel, das ohne erwachsene Begleitung auch niemand verlassen durfte. Nachts habe jede halbe Stunde die Polizeisirene aufgeheult, da sei ihm schon ein wenig mulmig geworden, sagt der Zehntklässler des Ehrenbürg-Gymnasiums in Forchheim. „Wir sollten uns auf die Prüfungen vorbereiten, manche hatten auch ihre Schulsachen dabei.“
Paul nutzte lieber die einmalige Chance, Kontakte mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt zu knüpfen. „Es gab Teams, die waren sehr auf Konkurrenz bedacht und andere, mit denen kamen wir gut ins Gespräch“, erzählt er. Mit Jugendlichen aus Australien, Holland und Belgien hat er Adressen ausgetauscht und hofft, dass die Verbindungen bestehen bleiben.
Drei Prüfungen standen auf dem olympischen Programm. Als erstes mussten sich Paul und seine Teamkollegen bei einem Multiple-Choice-Test bewähren. Insgesamt recht einfach lautet Pauls Fazit dazu. Im Fach Biologie wurde zum Beispiel gefragt, ob adulte Stammzellen Verletzungen im Rückenmark heilen können. Können sie nicht, sagt Paul. Dabei gehört Bio gar nicht zu seinen Lieblingsfächern. Chemie und Physik haben es ihm vor allem angetan. Deswegen hat es ihn auch besonders geärgert, dass er im nächsten Prüfungsblock, dem Theorietest zwei Tage später, die Riesenrad-Frage falsch beantwortet hat.
Gefragt war nach der Kraft, mit der ein Gast in einer Gondel auf den Sitz drückt, wenn sich das Riesenrad bewegt und die Gondel gerade die unterste Stufe erreicht hat. „Ich wusste den Rechenweg und hatte auch zuerst alles richtig, dann habe ich die Formel der Zentrifugalkraft geändert und zwar zum falschen.“ Klar wurde ihm das, als er nach der Prüfung die Fragen mit seinen Teamkollegen, später mit den deutschen Betreuern der Universität Kiel durchgegangen ist.
Im letzten Prüfungsteil, dem praktischen im Labor, kam die Solarzelle zur Sprache. Da hatte er schon seine Erfahrungen mit der südafrikanischen Sonne gemacht. Einer der betreuten Ausflüge ging in einen Wasser-Fun-Park. „Ich war eingecremt, habe aber das Ozonloch nicht bedacht.“ Auf Safari-Tour ist er auch gegangen, im indischen Ozean geschwommen — „Wann hätte ich das sonst erleben können?“, antwortet Paul auf die Frage, warum er bei der Science-Olympiade mitgemacht hat.
Bis Paul einen Sitzplatz im Flugzeug nach Durban hatte, musste er sich erst durch mehrere Qualifikationen kämpfen. Wie alle Athleten hat sich auch Paul auf die olympischen Wissensspiele vorbereitet. Seine Lehrer haben ihn mit Literatur versorgt, die Formelsammlungen hat er sich noch einmal durchgeguckt.
Der Lohn: Die Bronzemedaille. Die zehn Prozent Besten erhielten Gold, die nächsten 20 Prozent Silber, die folgenden 30 Prozent Bronze, erzählt er. Paul will noch mehr. Weil er die Altersobergrenze bei dieser speziellen Science-Olympiade erreicht hat, will er nächstes Jahr an anderen Wissenschaftswettbewerben teilnehmen.
Ist seine naturwissenschaftliche Begabung ein Zufall? Vater Franz ist Ingenieur, Mutter Birgit Buchhalterin und die kleine Schwester Pia (12) hat auf Zahlen wenig Lust. Für Paul waren die Zahlen der Anfang. In der Grundschule habe ihn Mathe vor allem interessiert, erinnert sich Paul. Im Moment kennt der Forscherdrang noch seine Grenzen. In seiner Freizeit will er nicht experimentieren. Da spielte er bis vor kurzem lieber Fußball beim SV Hetzles oder betreibt beim BSV Erlangen Bogenschießen.
