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Rathaussturm in Heiligenstadt: Mit Sprüchen und Kanone

Faschingsbrauch startet mit Verspätung - Bürgermeister ziert sich - 13.11.2016 14:40 Uhr

Mobile Band und junge Gardetänzerinnen und -tänzer beim Rathaussturm in Heiligenstadt.

Mobile Band und junge Gardetänzerinnen und -tänzer beim Rathaussturm in Heiligenstadt. © Stefan Braun


Geduld war zunächst einmal angesagt in Heiligenstadt. Um kurz nach 18.30 Uhr sollte das altehrwürdige Rathaus erstürmt werden und Bürgermeister Helmut Krämer die Schlüssel freiwillig übergeben. Zur Unterstützung sollten die „Wendenguggn“ aus Wendelstein ihren musikalischen Beitrag leisten.

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Heiligenstädter Faschingsfreunde stürmen das Rathaus

Beim traditionellen Rathaussturm in Heiligenstadt gelang es den Faschingsfreuden wie immer, den Schlüssel zum Rathaus auf friedliche Weise zu ergattern. Der Bürgermeister musste allerdings mit Kanonenschüssen und vehementem Klopfen dazu genötigt werden.


Daraus wurde aber erst einmal nichts. Der Bus der Faschingsfreunde aus dem Landkreis Roth stand irgendwo zwischen Nürnberg und Forchheim im Stau. Bei Temperaturen um die Null Grad hatten daher die Damen am Glühweinstand alle Hände voll zu tun und auch die Bratwurstbruzzler konnten sich über Mangel an Arbeit nicht beklagen. Die Moderatorinnen Eva-Katharina Schmidt und Manuela Müller unterhielten die zahlreichen neugierigen Gäste unterdessen mit flotten Sprüchen.

Kanonenschüsse vor dem Rathaus

Dann war es endlich soweit. Mit einer halben Stunde Verspätung fuhr der Bus aus Wendelstein auf den Marktplatz, wenig später startete der Umzug von Musikern, Gardetänzerinnen und Gästen von der Oertelscheune über die Hauptstraße zum Marktplatz. Nach einigen Musikstücken war dann der spannende Augenblick gekommen: Bürgermeister Helmut Krämer wurde anhand von drei Kanonenschüssen aufgefordert, das Rathaus zu verlassen und die Schlüssel herauszurücken.

Nur: Krämer ließ sich nicht blicken, auch nach vehementem Klopfen an die Rathaustüre nicht. Erst als die beiden Präsidentinnen versicherten, auf den Knien um die Schlüssel zu bitten, ließ sich der Rathauschef erweichen. Sein letzter Versuch, die Übergabe zu vereiteln („Den großen Schlüssel aus Holz habe ich leider nicht dabei“) konterte Schmidt sehr souverän: „Das macht nichts, dass der nicht passt, haben wir auch schon gemerkt. Wir nehmen dafür den echten!“

Da musste dann auch Krämer seinen Widerstand aufgeben. Mit weiteren Tänzen der Faschingsgarde, der Inthronisierung des Markgrafenpaars Gitti und Micha sowie zahlreichen Ordensverleihungen endete der wie immer unblutige Sturm auf das Heiligenstädter Rathaus. 

Stefan Braun

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