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Roberto Hilbert schwitzt für eine neue Chance

Forchheimer Fußballprofi hat Enttäuschung in Leverkusen hinter sich gelassen - 08.07.2017 12:00 Uhr

Abschieds-Auftritt im Leverkusener Trikot: Roberto Hilbert (re.) am 34. Spieltag der Saison 2016/17 gegen Ingolstadt. © dpa/Federico Gambarini


Herr Hilbert, für ihre Profikollegen hat nach dem Urlaub die Vorbereitung begonnen. Wo erwischen wir Sie?
Roberto Hilbert: Im Trainingscamp.

Bei einem Verein?
Roberto Hilbert: Nein, meine Beratungsagentur organisiert in der Nähe von München dieses Programm. In drei Einheiten pro Tag hole ich mir Ausdauer, Kraft und Spritzigkeit, damit ich bereit für neue Aufgaben bin und gleich bei einer Mannschaft einsteigen kann. Wir sind eine Gruppe mit viel Erfahrung, fünf Bundesligaspieler sind dabei.

Sind die vergangenen Monate mit dem Begriff "Achterbahnfahrt der Gefühle" treffend umschrieben?
Roberto Hilbert: Die Situation war sicherlich die komplizierteste in meiner Karriere. Es kam viel zusammen. Wir sind mit hohen Zielen und viel Qualität in die Saison gestartet, hatten sportlich aber nicht den erwarteten Erfolg.

Persönlich lief es noch bitterer. Mehr als die komplette Hinrunde war meist nur ein Platz auf der Tribüne übrig.
Roberto Hilbert: Meine Fitness stimmte anfangs nicht, aber ich habe private Extra-Schichten eingelegt. Ich suche bis heute Erklärungen. Meine Vermutungen behalte ich für mich. Im Rückblick ist die Erfahrung, menschlich enttäuscht worden zu sein, vielleicht für irgendetwas gut.

Kamen zwischendurch Selbstzweifel auf?
Roberto Hilbert: Eher nicht. Obwohl ich sehr selbstkritisch bin und natürlich die Bestätigung aus dem Wettkampf fehlte, wusste ich immer, was ich in der Vergangenheit geleistet habe und was ich im Training gezeigt habe. Es war eine Herausforderung, motiviert zu bleiben. Aber ich bin ein Typ, der immer Vollgas geben will.

Dann kam der Trainerwechsel von Roger Schmidt zu Tayfun Korkut und Sie waren im Champions-League-Achtelfinale gegen Atletico Madrid plötzlich wieder gefragt. War das der Moment, um wieder Hoffnung für einen neuen Vertrag zu schöpfen?
Roberto Hilbert: Ganz ehrlich, ich habe mich gefreut, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Das war es, was ich wollte und worauf ich hingearbeitet habe. Über meine Zukunft habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Wie stehen die aktuellen Chancen auf ein Comeback?
Roberto Hilbert: Ich bin in guten Händen und weiß, dass mein Management in Gesprächen ist. Es kann schnell gehen.

Sie wohnen in Köln. In Istanbul werden Sie immer noch von den Besiktas-Fans geliebt. Kommt ein Abschied aus Deutschland noch einmal in Frage?
Roberto Hilbert: Ich bin 32. Es gilt, bei einem neuen Vertrag auch das beste für die Familie zu erreichen. Grundsätzlich stehe ich dem Ausland aber immer noch offen gegenüber.

Wenn sich nichts entsprechendes ergibt: Ist ein sofortiges Karriereende eine Option?
Roberto Hilbert: Definitiv nicht. Ich verschwende keine Gedanken ans Aufhören und kann noch ein paar Jahre spielen. Für danach steht mein Entschluss, dem Fußball erhalten zu bleiben. Möglichkeiten sind mehrere zur Auswahl. 

KEVIN GUDD

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