Samstag, 17.11.2018

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Schlechte Kartoffelernte: Kloßteig und Pommes werden wohl teurer

Ohne Kloß nichts los: Der Franke kann auch im Hochsommer kaum auf Klöße verzichten - 25.08.2018 11:00 Uhr

Gehört zu jedem fränkischen Braten unabdingbar dazu: Der Kloß. © photolia.com


Jürgen Schmitt. © F: Schmitt


Herr Schmitt, wie war das denn als ihr Vater vor rund 35 Jahren damit begann, fertigen Kloßteig in Tüten zu portionieren?

Jürgen Schmitt: Zu der Zeit war das Unding. Und ganz ehrlich, dass das so ein Erfolg wird, damit hat wohl keiner gerechnet. Wir beliefern Gastwirte und Handelsketten regional und auch der Einzelkunde kann bei uns im Werksverkauf in Poppendorf einkaufen. Bei uns dreht sich alles um die Kartoffel: Neben Kloßteig haben wir auch fertig gerollte Klöße für die Gastronomie im Angebot. Das sind abgedrehte Klöße als Verpackungseinheit mit jeweils 60 Stück, traditionell gefüllt mit Klößbrot. Außerdem machen wir Kartoffelsalat und bieten geschnittene Kartoffeln für Bratkartoffeln an.

 

Woher beziehen Sie denn ihre Kartoffeln?

Jürgen Schmitt: Dafür ist mein Bruder verantwortlich. Er organisiert den Kartoffel-Einkauf und ist auch bei den Bauern vor Ort. Der Großteil unserer Kartoffeln kommt aus dem Ingolstädter Raum, sie kommen aber auch aus der Region Bamberg und Forchheim. Die Frühkartoffeln beziehen wir aus Rheinland-Pfalz. Die Kartoffeln werden entweder mit der Spedition bei uns angeliefert oder von uns direkt mit firmeneigenen Lkw abgeholt. Anschließend werden die Knollen maschinell unter heißem Dampf geschält und kommen in eine riesige Waschtrommel, damit sich die Schale ablöst. Dann wird weiterverarbeitet zu Kloßteig, Bratkartoffeln und Kartoffelsalat. In der Produktion beschäftigen wir rund 25 Mitarbeiter.

 

Jetzt lassen Sie uns übers Wetter reden: Hat die Trockenheit Auswirkungen auf die Kartoffelernte?

Jürgen Schmitt: Das kann man so sagen. Für die Kartoffeln ist die Witterung viel zu trocken, deswegen wird es heuer auch weniger Kartoffeln geben, als in einem "normalen" Sommer. Die Kartoffelpreise sind für die Jahreszeit bereits jetzt deutlich gestiegen. Zwar sind die späten Kartoffelsorten noch im Acker, aber ob die Knollen Hitzeschäden wegen der Trockenheit bekommen haben, kann man noch nicht sagen. Sicherlich wird sich die schlechte Ernte auch im Preis für den Kloßteig niederschlagen. Doch nicht nur das: Auch Stärkemehl, Speisekartoffeln und Pommes werden wohl deutlich im Preis anziehen. Die Hitze hat übrigens keinen Einfluss auf den Kloß-Verzehr: Auch jetzt im Hochsommer geht der Verkauf von Kloß-Teig richtig gut. Wenn die Menschen aus den Sommerferien zurückkommen, dann brauchen sie erst mal eines: Sauerbraten oder Schäuferla mit Klöß. 

Birgit Herrnleben Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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