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"Schleuse 94" bei Eggolsheim erwacht zum Leben

Industriedenkmals von europäischem Rang wird eröffnet - 06.07.2017 11:58 Uhr

Bürgermeister Claus Schwarzmann (li.) und Bürgerbundrat Stefan Pfister (re.) an der „Schleuse 94“ bei Eggolsheim, die einst Teil des Ludwig-Donau-Main-Kanals war. © Marquard Och


Bürgermeister Claus Schwarzmann stand mit seinen Bürgerbundräten oft alleine da, nachdem es mit der Restaurierung des Industriedenkmals von europäischem Rang stockte.

Erinnert sei nur daran, wie der Kulturbeauftragte im Kreis, Leader-Manager Toni Eckert mit (sinnbildlich) 900 000 Euro in der Tasche flüchtete, als er von einer CSU-Markträtin zu hören bekam, "das Ding ist nichts wert, es gehört eingeebnet".

Nach dem Mehrheitsbeschluss, Sanierung ja, aber ohne Geld aus der Gemeindekasse, gründete sich aufgrund der Hartnäckigkeit des Gemeindechefs der Förderverein. Die 130 Mitglieder unter dem Vorsitzendem Bürgerbundrat Stefan Pfister steuerten 25 000 Euro bei und lösten damit die politische Blockade.

Nach der Freilegung des total zugewachsenen Geländes 2005 hieß es von Seiten der Gegner: "Der Bürgermeister will dem Weigelshofener Braumeister doch nur eine Plattform für Veranstaltungen verschaffen". Nichts von alldem ist eingetroffen.

Die Oberfrankenstiftung, unterstützt das Projekt mit 230 000 Euro, der Entscheidungsfonds 225 000 Euro, aus dem Leader-Programm flossen 180 000 Euro zu, die Bayerische Landesstiftung brachte 55 000 Euro ein, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 20 000 Euro und die Sparkassenstiftung 15 000 Euro. Unter dem Strich stehen jedenfalls 800 000 Euro Fördermittel.

Besonders heraus stellte Schwarzmann vorab die Hingabe des Denkmalarchitekten Jürgen Schönfelder für das mit Schleusentoren, Pavillon und einer modernen Adaption der alten Sandsteinbogenbrücke wieder erlebbar gemachte Bauwerk am einstigen Ludwig-Donau-Main-Kanal. "Unter den 100 Hubanlagen auf der 178 Kilometer Strecke von Regensburg bis Bamberg ist unsere "Schleuse 94" die einzige begehbare", verwies der Bürgermeister mit Stolz auf das "Alleinstellungsmerkmal".

Zum Programm: Nach dem Sektempfang um 17.30 Uhr wird Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz sprechen. Gegen 18 Uhr segnen Pfarrerin Renate Topf und Pfarrer Matthias Steffel das Bauwerk. Fritz Sitzmann und der Fotograf Alfred Weiß sind Zeitzeugen, die von der Stilllegung des Kanals am Ende des Zweiten Weltkriegs berichten werden.

Die Interviews in der Schleusenkammer führt Anne Schmitt vom Flussparadies Franken ab 18.15. "Theaterstückla" schließen sich an. Ab 19.45 gibt es Führungen durch den Schleusenverein, der im Kanalbett auch für die Bewirtung sorgt. Zum Festakt eingeladen sind die Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn (CSU) und Andreas Schwarz (SPD), dazu die Landtagsvertreter Michael Hofmann (CSU) und Thorsten Glauber (Freie Wähler).

Im nördlichen Kanalbett steigt ab 20.30 das siebte "Schleusenkonzert" — die Musik zum Tanz macht die Band "Lauschrausch". Ab der einbrechenden Nacht wird die Schleuse durch eine zunächst mobile Lichtinstallation von Michael Müller von der Fachhochschule Coburg im neuen Glanz erstrahlen. Später soll die Beleuchtung von den Coburgern fest eingebaut werden. "Der Marktgemeinderat scheint nicht abgeneigt, hier Geld dazu zu tun", sagt der Rathauschef. 

MARQUARD OCH

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