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Schnecken in der Bütt

Fastnachtsgesellschaft lud in die Oertelscheune - 28.01.2013 11:00 Uhr

HEILIGENSTADT  - „Die heiligen Stadtschnecken“ aus Heiligenstadt haben sich mit einem grandiosen Programm präsentiert, bei dem es Schlag auf Schlag ging. Die Fastnachtsgesellschaft hat sich erst 2009 gegründet und ist bereits nach kurzer Zeit schon sehr anerkannt mit ihren Auftritten.

Zeigt her eure bestrumpften Beine: Das Männerballett Tutus vom Patenverein aus Erlangen brachte den vollbesetzten Saal in der Heiligenstädter Oertelscheune zum Beben.
Zeigt her eure bestrumpften Beine: Das Männerballett Tutus vom Patenverein aus Erlangen brachte den vollbesetzten Saal in der Heiligenstädter Oertelscheune zum Beben.
Foto: Georg Wolf
Zeigt her eure bestrumpften Beine: Das Männerballett Tutus vom Patenverein aus Erlangen brachte den vollbesetzten Saal in der Heiligenstädter Oertelscheune zum Beben.
Zeigt her eure bestrumpften Beine: Das Männerballett Tutus vom Patenverein aus Erlangen brachte den vollbesetzten Saal in der Heiligenstädter Oertelscheune zum Beben.
Foto: Georg Wolf

Ein dreifaches „Schneck-Schneck“: Mit dem Einzug der Gesellschaft startete das Programm, das einiges an Höhepunkten zu bieten hatte: Nicht nur die Tänze waren spitze, auch die Büttenredner brachten das Publikum herzhaft zum Lachen. Die Garden Schneckenzwerge, Schnirkelschnecken, Sternschnecken und Marktgrafengarde gaben Kostproben ihrer Tänze und begeisterten das Publikum.

Durch das Programm führte Präsidentin Eva-Katharina Schmidt aus Heiligenstadt. Die Faschingsgesellschaft hatte heuer zum ersten Mal in die Oertelscheune eingeladen — und sie war vollkommen ausgebucht. Zuerst traten die Schneckenzwerge, die zwischen drei und fünf Jahre alt sind, mit einem Matrosen- und Schautanz auf. Weiter ging es mit Leonie in der Kinderbütt: Sie erzählte, wie schön es doch ist, ein Kind zu sein. Danach traten die Schnirkelschnecken mit Lollipop auf und die Sternschnecken wirbelten mit dem Gardetanz über die Bühne – und alle mussten eine Zugabe geben.

Orden für Silberhorn

Anschließend überreichte Kreisrätin Anita Hoh den Goldschneck-Orden an den CSU-Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn. Sie erläuterte zuvor, dass die Auszeichnung jedes Jahr ein anderer Politiker, der „Mensch“ geblieben sei, erhalte. Silberhorn, der sich als Narr vom Memmelsdorfer MCC bezeichnete, sagte, dass er gerne aus Berlin ins schöne Heiligenstadt gereist sei, um den Goldschneck in Empfang zu nehmen. Dann verriet er noch, dass es im Kreistag manchmal ganz schön rauche, wenn Heiligenstadt Hilfe braucht.


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Tanzende Matrosen, gewitzte Büttenredner, der traditionelle Schneckenleser und vieles mehr machten die Heiligenstädter Prunksitzung in der Oertelschenke auch dieses Jahr zu einem ganz besonderen Narrenfest.

Nach dem Schautanz der Sternschnecken trat der weise Mann mit Walter Ross als Narr in die Bütt. Er ging auf den Bundespräsidenten Joachim Gauck und seine zwei Frauen ein. Schließlich zog das Markgrafenpaar Manu I. und Lou I. vom kalten Berg (Manuele und Ludwig Müller aus Kalteneggolsfeld) in den Saal ein und die Markgrafengarde tanzte zu Ehren des Markgrafenpaares.

Dann begeisterte Präsidentin Eva-Katharina Schmidt als französische Malerin. Sie holte sich Bürger vom Saal auf die Bühne und dachte sich mit ihnen Spiele aus, die natürlich für jede Menge Lacher im Publikum sorgten. Schließlich schwang sich noch mit großer Begeisterung das Narrlangia Männerballett „Die Tutus“ aus Erlangen aufs Parkett.


Gleich nach der Pause ging es mit dem Auftritt von Stan & Ollie aus Erlangen weiter – auch ihr Auftritt war professionell. Von der Bütt aus machte der 3. Bürgermeister von Heiligenstadt Hans Göller einen Streifzug durch die Politik. Auch der Schneckenleser Fritz Arndt aus Heiligenstadt, der mit seinen drei Schnecken im Gänsemarsch über die Bühne marschierte, hatte einiges aus Heiligenstadt zu berichten. In breitem Dialekt nahm er sich die verrutschte Straße zwischen Zoggendorf und Burggrub vor und erzählte ausführlich von Sigmund Göller, dem als Zeugwart von der Feuerwehr mal ein Maleur passiert sei mit einem Pressluftschlauch, der irgendwie immer im Weg war. Und die Moral von der Geschicht: „Was einem vor der Nase rumbaumelt, das vergisst man halt nicht.“

Pavillonfest wiederbeleben

Der Faschingsverein habe sich ferner überlegt, wie man mehr Geld in die Kasse bekommen könnte. Da hatten die „heiligen Stadtschnecken“ die Idee, sie könnten doch das Pavillonfest wieder erwecken. Als erstes habe man in der Gemeinde nachgefragt, die gleich den Termin zugesagt habe. Dann wurde geplant und beraten, gebaut, gekocht und bestellt und für eventuell schlechtes Wetter ein Zelt aufgestellt. Thomas Weiß hat nochmal den Strom geprüft, doch nach zehn Minuten „Peng aus — kein Licht und kein Ton kam raus“. Nach Überprüfung sei dann eine Nacktschnecke aus dem Verteilerkasten herausgekrochen und habe im Kasten die Phasen überbrückt, erzählte Fritz Arndt weiter.

Vom Sportverein berichtete der Schneckenleser von einem aufgeregten Derby-Tag gegen Teuchatz. Aber trotz „Schneckenwetter“ am Morgen sei am Nachmittag die Sonne nicht herausgekommen und so wurde mit Bierbankweitwurf eine neue Sportart kreiert. Mit „Schneck, Schneck und Helau“ verabschiedete sich Arndt aus der Bütt und für alle Faschingsnarren ging mit der Prunksitzung ein gelungener Abend zu Ende.

Mehr Fotos unter www.nn-forchheim.de 

VON GEORG WOLF


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