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Gestern hat Oberbürgermeister Franz Stumpf eine entsprechende Vereinbarung mit der Deutschen Telekom unterzeichnet. Darin garantiert die Telekom: 70 Prozent der Kersbacher Haushalte werden mit einer Bandbreite zwischen 25 und 50 Megabit (MB) im Download ausgestattet.
Heute beträgt die Bandbreite in Kersbach gerade mal ein halbes MB, genau 384 Kilobit. Wer also ein Internet-Video sehen will, kann jedes Pixel, das sich durch die Leitung quetscht, einzeln begrüßen. Das ist weder ein befriedigender Zustand für die Wohnbevölkerung noch für jetzige wie künftige Gewerbetreibende. Und auch diejenigen, die sich in den gewünschten Baugebieten niederlassen sollen, werden in Bezug auf die Internet-Versorgung entsprechende Ansprüche erheben.
Die Stadt lässt sich daher den Breitband-Ausbau etwas kosten: 103500 Euro zahlt sie selbst. 100000 Euro schießt der Freistaat im Rahmen des Konjunkturpaketes zu, den Rest (rund 50000 Euro) übernimmt die Telekom. Sie hat unter vier Bietern den Zuschlag erhalten, obwohl sie nicht das preiswerteste Angebot vorgelegt hatte.
Die Wettbewerber der Telekom hatten Funk- und Satellitenlösungen im Gepäck. Doch ein Gutachter, so sagte Dieter Hümmer, der „Breitbandpate“ der Stadtverwaltung, bescheinigte dieser Technik, nicht die geforderte Abdeckung mit ausreichend großer Bandbreite erreichen zu können. In die teils schon vorhandenen Rohre wird die Telekom sechs Kilometer Glasfaserkabel einziehen. Zudem werden im vierten Quartal des Jahres 1200 Meter an Tiefbau nötig. Sollte der Winter zu früh kommen, verzögert sich der Breitbandausbau entsprechend.
Übers Dorf verteilt stellt die Telekom dann fünf Kästen mit „aktiver Technik“ auf. Je näher ein DSL-Kunde an einem solchen Punkt wohnt, desto schneller kann er surfen. Ausschlaggebend ist die Länge der Leitung, erklärte Ludwig Nagel als Vertreter der Telekom.
Im Oktober 2008 hatten einige Kersbacher in einer Bürgerversammlung erstmals eine schnellere Internetverbindung gefordert. Gestern sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf: „Die Kersbacher sollen es jetzt auch viel nutzen.“
