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Sicherheit muss Vorrang haben

Am Wiesentufer in Ebermannstadt wurden 30 alte Bäume gefällt - 25.02.2016 17:54 Uhr

„Sicherheit hat oberste Priorität,“ sagt Flussmeister Albert Groh (re.), der mit seinem Kollegen Andreas Bär die Baumfällarbeiten erläutert.

„Sicherheit hat oberste Priorität,“ sagt Flussmeister Albert Groh (re.), der mit seinem Kollegen Andreas Bär die Baumfällarbeiten erläutert. © Foto: Birgit Herrnleben


Eine große Lücke klafft rechter Hand, im Bereich der Stadtwerke, direkt am Wiesentufer, dort, wo einst mächtige Bäume standen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Ebermannstadt-Wiesenttal des Bund Naturschutz, Christian Kiehr, zeigt sich in einem Brief entsetzt und führt folgende Kritikpunkte an: Der Bereich, so schreibt Kiehr, werde „von Eisvögeln als Lebensraum genutzt und wurde durch die Baumaßnahmen massiv beeinträchtigt. Die Schilfgewächse am Ufer wurden komplett zerstört.“ Durch den Maschineneinsatz im regendurchnässten Gelände wurde der Boden „zerstört und zur „Schlammwüste“.

„Es sieht brachial aus“, muss Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer in einem Gespräch mit unserer Zeitung bestätigen. Dass gerade jetzt, bei aufgeweichtem Boden, gefällt wurde, findet auch die Bürgermeisterin nicht gut, „es gibt bessere Zeitpunkte“.

„Ausmaß war mir nicht klar“

Die Bäume wurden durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach gefällt, bestätigt Meyer. Zwar wurde sie, als Stadtoberhaupt, vom Wasserwirtschaftsamt Kronach vorab informiert, „aber das Ausmaß war mir nicht klar“. Dass der Bund Naturschutz sich über die Baumfällarbeiten beklagt, findet die Bürgermeisterin „wichtig“. „Es ist gut, dass Leute sensibel sind und nachfragen.“

„Das war ein großer Eingriff“, gibt Albert Groh ununwunden zu. Der Flussmeister des Wasserwirtschaftsamts Kronach ist für 270 Kilometer Gewässer zuständig und damit auch für das Gelände an der Wiesent. Eng sei der Zeitrahmen gewesen, so Groh, um die Bäume am Ufer zu fällen, denn ab 1. März darf aus Naturschutzgründen nicht mehr gefällt werden. Und das war dringend nötig. All die rund 30 Bäume, Fichten, Pappen, und Eschen am Wiesentufer, die auf rund 70 Meter Uferlänge der Säge zum Opfer fielen, waren an die 50 Jahre alt, allesamt nicht mehr standsicher, waren teilweise abgestorben und wurden bei höheren Pegelständen regelmäßig unterspült. 

Die gekappten Eschen treiben wieder aus, ist sich Groh sicher. Außerdem werden etwa zwölf neue, „standorttypische Bäume“, wie etwa Erlen, für den Uferschutz nachgepflanzt. 

BIRGIT HERRNLEBEN

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