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Siemens wächst auf 2800 Mitarbeiter

Standort Forchheim erheblich gestärkt: Bis 2013 ziehen 1200 Beschäftigte aus Erlangen um - 12.11.2010 07:00 Uhr

Computertomographen-Fertigung in Forchheim.

Computertomographen-Fertigung in Forchheim. © Andre De Geare


Im Rahmen der großen Bilanzpressekonferenz von Siemens in München wurden zahlreiche gute Wirtschaftsnachrichten verkündet. Da war die für Forchheim unter der Überschrift „Bekenntnis zur Metropolregion“ nur eine von vielen, doch für die Region die wichtigste. Verschiedene, bisher teils über die Nachbarstadt Erlangen verstreute Einheiten des Geschäftsbereichs Röntgenprodukte werden nun in Forchheim zusammengefasst. Außerdem wird laut Pressemitteilung von Siemens Healthcare die Geschäftseinheit Syngo nach Forchheim verlegt. In ihr wird die Software für die Medizintechnikgeräte erstellt. Insgesamt bestätigte Pressesprecherin Marion Bludszuweit den ersten Eindruck: „Ja, es werden vor allem hochqualifizierte Mitarbeiter wie Entwickler nach Forchheim kommen.“ Siemens verfolge ein „umfassendes Konzept zur Weiterentwicklung der Standorte in Erlangen und Forchheim“.

Angesichts der Zahl von 1200 neuen Mitarbeitern wird der Standort Forchheim damit fast doppelt so groß wie bisher. Derzeit arbeiten 1600 Menschen in Forchheim. Außerdem haben sich wegen des hiesigen Werks in der Vergangenheit Logistiker wie Simon Hegele und Geis angesiedelt. Sie haben nochmals mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen.



Für die Umsiedlung der Arbeitsplätze und den Neubau von Gebäuden wird Siemens im „zweistelligen Millionenbereich“ in Erlangen und Forchheim investieren. Wie viel davon auf den oberfränkischen Standort entfällt, teilte Siemens nicht mit. Bis zum Sommer 2013 wird am Standort im Süden der Stadt ein neues Bürogebäude errichtet. Außerdem müssen neue Parkplätze geschaffen werden.

Für Oberbürgermeister Franz Stumpf bedeutet die Standortentscheidung von Siemens für Forchheim vor allem eines: „Wir haben Sicherheit. Und wenn 1200 Arbeitsplätze mehr in der Stadt sind, darüber freut sich ein Oberbürgermeister natürlich.“ Bei der Gewerbesteuer werde sich die Erweiterung „ein wenig“ positiv auswirken. Für ihn stehe das jedoch nicht im Vordergrund, meinte der OB.

Langfristige Erwartungen

Auch wenn die Siemens-Mitarbeiter erst einmal nur aus Erlangen einpendeln, rechnet Stumpf langfristig mit neuen Zuzüglern, die die Stadt gut gebrauchen kann. „Das ist aber eine Sache von zehn, 15 Jahren.“ Der Oberbürgermeister freut sich, dass „der Begriff Medical Valley nun wieder bewusst wird“. Das sei nämlich „mehr als Erlangen“.

Vor einem halben Jahr sei erstmals ein Siemens-Vertreter offiziell im Rathaus zu Gesprächen erschienen, erzählt Stumpf. Dass sich der Konzern in Forchheim vergrößern will, habe er schon länger gewusst.

Platz auf eigenem Gelände

Siemens wird die neuen Gebäude komplett auf seinem eigenen Gelände bauen. Dazu ist eine Freifläche zwischen alter Bahnlinie und Kanal vorgesehen. Wahrscheinlich wird außerdem ein Parkdeck nötig. Wenn die Firma kurzfristig Parkplätze braucht, hat die Stadt ihr für eine Übergangszeit das Ausstellungsgelände angeboten.

Der Medizin-Standort Forchheim zieht derweil weiter neue Zulieferfirmen an. Wie Stumpf sagte, gehören drei Unternehmen im neuen Gewerbegebiet Pfaffensee, direkt neben Siemens, zu dieser Gruppe.

Noch 2008 hatte man im Forchheimer Siemens-Werk Stellenstreichungen befürchtet, im Rahmen einer konzernweiten Sparwelle. Doch schon ein Jahr später gab es gute Nachrichten aus der Siemensstraße: Das Werk war von Wirtschaftsexperten zur „besten Fabrik Deutschlands und Europas“ gewählt worden. 

VON GEORG KÖRFGEN

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