Unruhe liegt in der Luft. Wie ein bunter und sehr lebhafter Bienenschwarm sausen Inlineskater durch die Forchheimer Innenstadt. Etwa 20 Minuten bleiben ihnen noch zum Aufwärmen, bevor es auf die Marathon-Strecke geht. Auch viele Läufer tänzeln schon ungeduldig von einem Bein auf das andere. Bunte Wollstulpen halten die morgendliche Kühle ab, ein Sportler posiert noch schnell für ein Erinnerungsfoto vor dem Start. Zumindest das Siegerlächeln klappt schon mal bestens.
Der Startschuss fällt und die Läufer gehen auf die Strecke. Haben die Skater weniger Minuten zuvor noch im Vorbeifahren lässig Zuschauer abgeklatscht, sind jetzt die meisten Sportler mit vollem Ernst bei der Sache. Jedoch nicht alle: Zum Besenwagen, der hinter den letzten Teilnehmern herfährt und das Ende des Lauffeldes markiert, hat sich in diesem Jahr mit Johannes Nützel ein "Besenläufer" gesellt. Sein Ziel: Er will als Letzter in Ebermannstadt ankommen. Zu erkennen ist der Spaßvogel ganz einfach: Neben einem kleinen Reisigbesen trägt er am Handgelenk einen Heliumballon mit der Aufschrift "Welcome".
Entlang der Bayreuther Straße feuern Schaulustige die vorbeijoggenden Läufer an. Rasseln, Tröten und Klappern machen einen Heidenlärm - die meisten der Krachinstrumente haben ein verräterisches schwarz-rot-goldenes Design. Neben einer Familie mit zwei kleinen Töchtern, Oma im Rollstuhl und Hund bei Fuß hält eine Männerrunde Frühschoppen am Straßenrand: Mit Biertischgarnitur und einer Maß für jeden. "Mein Wasser ist das beste!", ruft Laura Kaul den vorbeieilenden Läufern zu. Die 15-Jährige ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Weingarts und hilft seit zwei Jahren an den Versorgungsstationen des Fränkische Schweiz Marathons mit. Seit acht Uhr morgens stehen sie und ihre Kollegen schon an der Bundesstraße bei Weilersbach und halten Wasser für die Läufer bereit. Eine Gruppe nähert sich, ein Mann streckt die Hand aus - und greift nach dem Becher in der ausgestreckten Hand von Lauras Freundin Michaela Sperl.
"Wir hören gerade von unseren Streckenposten, dass sich fünf Läufer abgesetzt haben", ruft Moderator Michael Cipura der wartenden Menge im Zieleinlauf in Ebermannstadt zu, "Der Marco Diehl ist mit dabei und unser Sascha Burkhardt auch!" Da kommt plötzlich wie aus dem Nichts Handbiker Tobias Fiedler angeschossen, Helfer springen hastig aus dem Weg, die Fotografen reißen die Kameras hoch. Der Sieger des Handbike-Marathons war überraschend schnell unterwegs, er unterbot sogar die Zeit des Gewinners des Inlineskate-Rennens Felix Rijhnen um zwei Minuten.
Bereits zum dritten Mal probt Moderator Bernhard Langer mit der Cheerleadergruppe "Lions" aus Litzendorf den Ernstfall. "Und hier kommt der Sieger des Fränkische Schweiz Marathons 2010!", tönt Langer ins Mikrofon. Die Schwestern Annika und Larissa Kensche und ihre Teamkolleginnen werfen sich in Pose und schwingen die silbernen Pompoms - sehr zur Freude einiger Skater, die so bejubelt ins Ziel einlaufen. Wenig später ist es soweit: Mit Oliver Greger kommt der schnellste Marathonläufer ins Ziel. Die "Lions" folgen ihm jubelnd, eine Cheerleaderin fällt vor lauter Begeisterung gleich über ihre eigenen Füße.
"Die Stimmung ist hier immer super, und für einen Landschaftsmarathon sind immer sehr viele Zuschauer an der Strecke, das ist toll", sagt Marco Diehl, der nach Greger als zweiter Läufer das Ziel erreicht. Falls er es einrichten kann, will der Sieger von 2008 auch im nächsten Jahr wieder beim Fränkische Schweiz Marathon antreten.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.