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Stumpf schrieb an Wilhelm Schelsky

Brief beweist angeblich, dass OB von den Praktiken wusste - 08.07.2008

Im Mai 2004 hatte Stumpf einen Brief an Wilhelm Schelsky geschrieben. Aus diesem soll hervorgehen, dass der OB und VfB-Vorsitzende von dem problematischen Sponsoringkonstrukt Schelskys gewusst hat. Die Rede ist von zirka 424000 Euro, die Schelsky allein im Jahr 2004 über eine Sportmarketinggesellschaft an Spieler der ersten Handballmannschaft (damals noch Regionalliga) des VfB und die Abteilung gezahlt haben soll. Hätte Schelsky mit dem Geld explizit die Spieler für ihre Handballtätigkeit bezahlt und hätte Stumpf davon gewusst, müsste er sich wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verantworten.

«Harmloses Schreiben«

Der Brief sei harmlos, so Franz Stumpf. Er habe damals Gespräche mit dem Bayerischen Fußballverband geführt. Die hätten ihn allgemein über Sponsoring aufgeklärt. Daraufhin habe er bei Schelsky schriftlich nachgefragt, ob er die VfB-Handballer für ihre Vereinstätigkeit bezahle. «Er hat geantwortet, dass dies nicht der Fall ist.« Die Handballer seien alle bei Schelsky selbst angestellt gewesen oder hätten Werk-Verträge mit Siemens gehabt. «Damit war das Thema für mich erledigt.«

Schelsky entlastet OB

Schelsky selbst hatte bei seiner Einvernehmung erklärt, dass die VfB-Regionalliga-Handballer nicht über den VfB bezahlt worden sind.

Der Ex-Vorsitzende der Betriebsräteorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, sitzt seit Februar 2007 in Haft. Etwa 50 Millionen Euro soll Schelsky von Siemens erhalten haben, um AUB als arbeitgeberfreundliche Alternative zur IG Metall aufzubauen. Einen Teil davon ließ er Sportvereinen zukommen. 

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