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„Überall Musik“: Bands machten die Altstadt zur Bühne

Tausende von Besuchern strömten zu Funk-, Jazz-, Blues- und Hardrock-Konzerten - 20.08.2012 10:00 Uhr

Die Musiker, wie hier der Triompeter von Stabil (li.), ließen sich vom tollen Flair anstecken, und legten sich richtig ins Zeug. Wie im Süden konnte man sich auch am Marktplatz fühlen.

Die Musiker, wie hier der Triompeter von Stabil (li.), ließen sich vom tollen Flair anstecken, und legten sich richtig ins Zeug. Wie im Süden konnte man sich auch am Marktplatz fühlen.


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Straßenmusikfestival Forchheim " Überall Musik" Straßenmusikfestival Forchheim " Überall Musik" Straßenmusikfestival Forchheim " Überall Musik"
Straßenmusik begeisterte in lauer Sommernacht

Das Straßenmusikfestival "Überall Musik" in der Forchheimer Innenstadt hat am Samstagabend tausende Menschen begeistert. Sieben Bands (Mywood, Tom & the rat cats, 4T up, Stabil, Funky Rebels, Jazz-Y-Bon, Dentler & Dzialla-Band)und die Forchheimer Gastronomen sorgten bei hochsommerlichen Temperaturen für eine beinahe mittelmeerische Atmosphäre. Die Musikgruppen deckten dabei ein breites Spektrum vom Rock'n'Roll der 50er Jahre über Jazz, Soulige Töne, Coverrrock bis hin zum Funk ab und brachten nicht nur gute Laune mit sondern die Besucher des von den NN präsentierten Straßenfestivalszum Tanzen.


Die Bands spielten beim Open-Air-Musikfestival größtenteils erstmals in der Stadt und sorgten für ein vielfältiges Angebot von den 40ern bis hin zu aktuellen Hits, von Coverversionen bis zu eigenen Titeln. Für Armin Krauß ist es ein Heimspiel am Rathausplatz. Der Trompeter der Band „4T-up“ ist in der hiesigen Musikszene kein Unbekannter. Schließlich glühen seine Ventile auch bei den Black Mambas oder der Keller Mountain Blues Band. Er und seine Kollegen lassen es mit Klassikern von Tina Turner oder Stevie Wonder krachen. Ihre Musik zieht viele Tanzwütige an.

Wenige Meter weiter am Alten Zollhaus sind die Freunde des kammermusikalischen Jazz zu Hause. Die „Funky Rebels“ um Sänger Sebastian Schleicher aus Baiersdorf haben sich vor zwei Jahren für „Überall Musik“ gegründet. „Wir sind nur eine kleine Besetzung, in der jedes Instrument viel Platz bekommt, in der transparentes Spiel jedes Detail hörbar macht.“

In der Apothekenstraße zeigt sich mediterranes Flair. Rund um den Forellenbrunnen lauschen hunderte Zuhörer „Jazz-Y-Bon“. Mit minimalistischem Jazz, pointiertem Blues und eigenwilligem Latin verzaubert Eva-Maria Betzmeir, die sich mit dem Pianisten Thomas Schweida aus Ebermannstadt ein unverwechselbares Wechselspiel liefert. Mit samtweicher Stimme singt sie „Fly me to the Moon“, da hat sich die Sonne gerade verabschiedet. Und irgendwann hat die Frontfrau den Blues. Manch einer sitzt mit einem Glas Rotwein in der Nähe, andere haben sich einfach am Bordstein niedergelassen.

Völlig weggerockt

Am Marktplatz rockt die Erlanger Band „Dentler & Dziallas mit Band“ die Fans der etwas härteren Gangart. Im Schatten der Platanen gibt es keine Oase der Ruhe, solange Oasis den Ton angibt. Nicht nur Hardrock, sondern auch Heavy Metal erschreckt die Anwohner und begeistert zugleich zahlreichen Zaungäste, die mit Willi Dentler eine Stimme vernehmen dürfen, für die der weitläufige Platz noch zu klein zu sein scheint. Ohne Keyboard, dafür mit einer Armada an Gitarren, rückt das Quartett Deep Purple und Jonny Cash zu Leibe.

Am Paradeplatz hat sich das vorwiegend jüngere Publikum versammelt, um die Band „Mywood“ zu hören. Während der Schlagzeuger Thomas Geiger (Kersbach) den Rahmen vorgibt, darf die tschechische Geigerin Monika Romanovska (Forchheim) mit allein akustischen Mitteln Iron Maiden oder Metallica interpretieren.

In der Hauptstraße gibt es kaum ein Durchkommen, so dicht stehen die Zuhörer hier, um „Tom & the Rat Cats“ in die 50er Jahre zu folgen. Das verrockte Trio aus Niederbayern, das erstmals in Forchheim auftritt, ist nicht nur auf der Bühne in der Welt Buddy Hollys oder Elvis Presleys stehengeblieben. Mit tollen Tollen und tollen Titeln tollen die Drei durch ein musikalisches Jahrzehnt.

Der Innenhof der Kaiserpfalz wird durch die Funkformation „Stabil“ geradezu zur Funk-Station, bei der Zuhörer und Bühnenpersonal auf einer Wellenlänge liegen.

Als glücklich kann die Zuordnung der Bands auf die verschiedenen Örtlichkeiten bezeichnet werden. Stets findet die Musik den richtigen Platz. Hätte „Überall Musik“ nochmal vier Stunden gedauert, die Besucherströme wären nicht abgerissen. Wenn es das Musik-Festival nicht bereits gäbe, man müsste es glatt erfinden.  

VON UDO GÜLDNER (Text) UND ERICH MALTER (Fotos)

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