13°

Samstag, 23.06.2018

|

Unterleinleiter: Dorfladen ist auf dem Weg

Schon im Herbst soll der Laden in der ehemaligen Sparkassen-Filiale einziehen - 19.06.2014 12:00 Uhr

Wenn es nach den Mitgliedern der Arbeitskreise zur Gründung eines Dorfladens geht, könnte dieser schon im Herbst hier in der Ortsmitte aufmachen. Viele Kontakte wurden bereits geknüpft. © Marquard Och


„Wenn ihr uns im Regen stehen lasst, machen wir einen ,Dorfladen‘ auf“, hatte Reinhold Wunder, Landwirtschaftsdirektor in Bamberg, bei der Schließung der Sparkassenfiliale zu den damals anwesenden Vertretern gesagt. Er ist nicht der Einzige der Protestierer, die jetzt auch an der Umsetzung des Dorfladens mitarbeiten.

Aus den Zusammenkünften seit Anfang des Jahres mit bis zu 30 Teilnehmern haben sich Arbeitskreise entwickelt, die sich um die Finanzierung, das Rechtliche, die Auswahl des Hauptlieferanten, der regionalen Erzeuger sowie um die Anwerbung von Fachpersonal für den Laden kümmern.

Partnerschaft vereinbart

Nun zeigen sie bei einem Pressegespräch: Sie sind auf dem Weg. So gut wie sicher ist die Partnerschaft mit der Lebensmittelhandelsgesellschaft Eibelsbach (LHG) als „Vollsortimenter“. Schon „unter dem Hut“ sind durch Kontakte von Reinhold Wunder als regionale Vermarkter die Ebermannstädter Metzgerei Schatz, für Getränke die Breitenlesauer Brauerei Krug und für Geflügel der Obertrubacher Hühnerhof Merz. Ziegenmilchprodukte kommen vom Unterstürmiger Biohof Stähr und Bienenhonig vom einheimischen Imker Edmund Übelacker. Obst und Apfelsaft wird von Thomas Friedrich aus Lilling bezogen, verschiedenene Kartoffelsorten kommen aus Pettstadt, Weine aus Oberhaid und frische Fische aus der Wüstensteiner Fischzucht von Karl-Peter Schwegel.

Alle genannten Anbieter werden an einem Informationstag am Samstag, 5. Juli, ihre Frischeprodukte präsentieren – es darf probiert werden. Um allen Platz zu machen, wird Bürgermeister Gerhard Riediger die „Kirchenstraße“ von 10 bis 14 Uhr für den Verkehr sperren. Die Besucher werden sich dann auch in den Räumen der ehemaligen Sparkassenfiliale umsehen können, die der Eigentümer, Gemeinderat und Arbeitskreisleiter Reinhold Geck „möglichst günstig“ an die Genossenschaft vermieten wird.

Auf 115 Quadratmetern möchte sich die Genossenschaft hier einrichten. Die Umbauten verursachen einschließlich der 25000 Euro Warenerstausstattung eine Investition von rund 100 000 Euro. Auf die Zeichnung eines Mindestanteils für Mitglieder über 50 Euro und nach oben offenen Beitrags, haben sich die Beteiligten verständigt. Je nachdem was dabei in die Kasse kommt, wird die „Lücke“ zunächst mit einem Darlehen zu füllen sein. Die Buchhaltung des Ladens wird über die Kasse mit einem sogenannten „Warenwirtschaftssystem“ abgewickelt.

Möglichst schon im Herbst, spätestens aber in der Vorweihnachtszeit, soll der Dorfladen öffnen – eine „Wiederbelebung des Dorfmittelpunkts“ erhofft sich dann Mitstreiter Reiner Philipp. Ganz wichtig ist dem neuen Bürgermeister Gerhard Riediger die kommunikative Komponente. Eine Ecke des Verkaufsraums soll – wie er es auf den Besichtigungsfahrten des alten Gemeinderats in Pettstadt, Heiligersdorf oder Simonshofen gesehen hat – zum Plaudern und Kaffeeklatsch einladen.

Angebot soll anders sein

Eine „Heißtheke“ werde es geben, auf Bestellung Brot aus dem Bauernbackofen und Aktionswochen regionaler jahreszeitlicher Produkten, so Reinhold Wunder. Das Angebot soll anders sein als bei den üblichen Handelsketten. „Damit wollen wir punkten. Geiz ist geil ist nicht unser Thema“, sagt Wunder, dem aber auch klar ist, dass es schwer werden wird, das Verbraucherverhalten zu ändern.

Mit 20 Ehrenamtlichen und fünf hauptamtlichen Teilzeitangestellten soll der Laden an 300 Tagen im Jahr geöffnet sein, ab 6 Uhr täglich zwölf Stunden, erklärte Elke Philipp, der bereits Bewerbungen von Fachkräften vorliegen. „Aber zuerst geht es um Solidarität für den Ladarer Dorfladen“, betonte die Arbeitskreisleiterin, die mit Hilfe der Ehrenamtlichen auch einen Lieferservice für die Älteren aus Dürrbrunn und Unterleinleiter einrichten will.

Seine Zuversicht, dass der Laden ein Erfolg und gut angenommen wird, zieht der Gemeindechef aus Bevölkerungsgröße von knapp 1300 Einwohnern und der Tatsache, „dass wir in Dürrbrunn und Unterleinleiter halt gar nix mehr haben“.

Unter dem Motto: Keine Lust auf Stillstand – Lust auf regionale Produkte – ist am Dienstag, 8. Juli, um 19 Uhr im Sportheim Unterleinleiter die Gründungsversammlung der „Ladarer Dorfladen eG“ geplant. 

MARQUARD OCH

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Unterleinleiter