Mittwoch, 14.11.2018

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Unterstürmig: Die Lias-Grube feiert ihren 20sten

Aus Abbaugebiet von Liapor wurde Umweltstation — Aufwändige Finanzierung - 08.06.2018 16:58 Uhr

Der Saisonauftakt in der Umweltstation Lias-Grube in Unterstürmig ist mit einem Eröffnungsfest gebührend gefeiert worden. Vor allem Familien mit Kindern nahmen am vielfältigen Angebot auf dem Freigelände teil. © Mathias Erlwein


Ulrike Schaefer ist eine der Gründungsmütter der Lias-Grube und ihrem „Schützling“ bis heute treu geblieben: 1997 kam sie direkt nach dem Biologie-Studium als Naturschutzkraft zur Forchheimer Kreisgruppe des Bund Naturschutz und darüber zum neu gegründeten Förderverein Umweltstation Lias-Grube Unterstürmig. Mit Zuschüssen von Arbeitsamt und dem Bayerischen Umweltministerium wurde sie beim Verein angestellt — anfangs als alleinige Kraft.

Heute, 20 Jahre später, ist sie Geschäftsführerin des Umweltzentrums und Chefin eines 15-köpfigen Teams, von denen allerdings viele als Teilzeitkräfte arbeiten. Die Renaturierung ist längst umgesetzt — und die Lias-Grube ein Biotop für Frösche und die seltene Gelbbauchunke, für Vögel wie den Flussregenpfeifer und natürlich für jede Menge Insekten und andere Tierchen.

„Die Natur darf hier wachsen, wie sie will“, sagt Ulrike Schaefer und ist allen Beteiligten, die das möglich gemacht haben, heute noch dankbar. Allen voran Eggolsheims Bürgermeister Claus Schwarzmann, der seit der Gründung des Fördervereins dessen Vorsitz übernimmt. Und den damaligen Geschäftsführern der Firma Liapor, die ein offenes Ohr für den Naturschutz und das Thema Nachhaltigkeit hatten.

So entstanden in kleinen Teichen ebenso Lebensräume wie auf einer Streuobstwiese, an abgestorbenen Baumstämmen oder in Hecken. Insgesamt 17 Hektar Land umfasst das Gelände der Lias-Grube. Fünf Hektar davon stehen der Umweltbildung zur Verfügung, der Rest des Naturschutzgebietes ist ausschließlich Flora und Fauna überlassen. Für den symbolischen Preis von einer Mark hat der Vorstand des Fördervereins als erste Amtshandlung das Gelände von der Firma Liapor abgekauft, am 1. April 1998 wurde die Lias-Grube als damals 30. Umweltstation in Bayern offiziell vom Bayerischen Umweltministerium anerkannt und nahm ihren Betrieb auf.

Pizzaofen und Bauerngarten

Dort gab es anfangs lediglich einen Bauwagen mit Kompost-Toilette, der heute noch als Lager für Kescher, Dosenlupen und anderem „Naturforscher-Bedarf“ genutzt wird. Sonst aber ist im Laufe der Jahre einiges entstanden. „Vieles im Rahmen von Workshops mit unseren Besuchern“, erzählt Ulrike Schaefer und nennt als Beispiele das Tonhaus, den Holzbackofen zum Pizzabacken, den Aussichtsturm und den Bauerngarten.

Augenfälligste und aufwändigste Baumaßnahme war hingegen der Bau des Umweltzentrums mit angeschlossenem Hüttendorf im Eingangsbereich der Lias-Grube in den Jahren 2007 und 2008. Insgesamt 1,3 Millionen Euro wurden hier investiert, ein Großteil kam dabei aus einem Förderprogramm des Freistaates, über 20 weitere Förderer unterstützten das Projekt finanziell.

Viele Freiwillige beteiligten sich im Rahmen von Projekten und Workshops außerdem mit ihrer Arbeitskraft am Bau des Jugenddorfes. Dabei ist auch ein Vogelmuseum mit heimischen Arten entstanden.

Die Übernachtungen im Hüttendorf sind inzwischen eine der Möglichkeiten, mit der Geld in die Kassen der Umweltstation kommt. Ähnlich ist es mit den Beiträgen der Mitglieder. Doch beides sind eher kleine Einnahmequellen. „Hauptsächlich finanzieren wir uns über Projekte“, erklärt Ulrike Schaefer. An etwa 13 Projekten, manche lokal, manche sogar auf europäischer Ebene beteiligt sich die Lias-Grube allein in diesem Jahr. Darunter zum Beispiel das Projekt KunstWerkZukunft, ein Multiplikatorenprojekt mit deutschen und tschechischen Erzieherinnen oder das Jahresprojekt unter dem Motto Bewegung und Umweltbildung.

„Die Finanzierung über Projekte ist natürlich relativ aufwändig, da müssen wir jedes Jahr unsere Zuschüsse zusammensammeln“, so die Geschäftsführerin. Doch mache das die Umweltstation, inzwischen eine von 50 in Bayern, zugleich unabhängig von speziellen Geldgebern. „So haben wir die Freiheit, uns so zu entwickeln, wie wir wollen.“

Denn abgeschlossen ist die Entwicklung der Umweltstation nicht. Rein baulich wünschen sich die Mitarbeiter eine neue Küche. Und inhaltlich sollen in den nächsten Jahren die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. 

Jana Schneeberg

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