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„Das Pfund mit dem Egloffstein wuchern kann, sind seine rundum gepflegten Wanderwege in einer attraktiven Naturlandschaft“, bringt es Bürgermeister Stefan Förtsch auf den Punkt. Deshalb sei es notwendig, „geeignete Leiteinrichtungen“ zu schaffen, die die Wanderer so lenken, dass deren Sicherheit gewährleistet ist und Flora und Fauna keinen Schaden nehmen. Darüber ist er sich mit dem Geschäftsführer des Naturparkvereins Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst, Wolfgang Geißner, einig. Befestigte Wege und Treppen zu Aussichtsplattformen gehören ebenso zu diesen „Leiteinrichtungen“ wie Geländer.
Genau so etwas wurde nun bei den beiden Aussichtspunkten „Komtessenruh“ und „Wilhelmsfelsen“ eingerichtet, die über den Rundwanderweg Burg – Felsentor – Frauenhöhle – Rabensteiner Wald mit der Markierung „Blauer Ring“ in das Wanderwegenetz des Naturparks eingebunden sind.
Beide Punkte wurden im 17./18. Jahrhundert von den Egloffsteiner Burgherren geschaffen. Die „Komtessenruh“ war der Lieblingsplatz der Künstlerin Malerin Julie von Egloffstein, die mit ihrer Mutter, der Gräfin Henriette von Egloffstein und ihrer Schwester Caroline 1813 von Weimar nach Egloffstein reiste, um den Kriegswirren zu entgehen.
Der Zustand des Aussichtspunktes war allerdings wenig attraktiv, das Geländer war brüchig, die Aussicht durch Gehölzwuchs stark eingeschränkt. Auch der Fußweg dahin war total verwachsen, das ebenfalls brüchige Geländer drohte zusammenzubrechen. Durch den Naturpark-Arbeitstrupp großzügig freigeschnitten präsentiert sich der Aussichtspunkt am Fuß des Burgfelsens mit einer wieder hergestellten Sicht zur bergseitigen Felskulisse. Geländer aus Lärchenholz sorgen für die nötige Sicherheit.
Ähnlich wurde der „Wilhelmsfelsen“, nördlich der Burg unweit vom Felsentor, wieder hergerichtet. Hier haben nun die Mitarbeiter des Naturparks und die des gemeindlichen Bautrupps gemeinsam Hand angelegt: Bäume und Büsche im Bereich der Aussichtsplattform wurden kräftigt ausgelichtet, womit die Sicht ins Tal und zur Burg wiederhergestellt ist. Dabei wurden die hier vorkommenden Eiben geschont.
Auch hier wurden die Schutzgeländer mit Lärchenpalisaden versehen, Metallpfostenträger und Stahlbetonfundament sollen Haltbarkeit für viele Jahre garantieren. Auch eine Ruhebank wurde aufgestellt.
Das alles haben die Arbeiter in aufwändiger Handarbeit und über weite Tragestrecken organisiert, denn eine Zufahrt war nicht möglich. Drei Wochen waren die drei Männer des Naturpark-Arbeitstrupps am Werk. Lohn- und Maschinenkosten sowie Material summierten sich auf knapp 15000 Euro und blieben damit im Rahmen des Kostenvoranschlages.
Egloffsteins Bürgermeister Stefan Förtsch wies hin, dass aufgrund der finanziell angespannten Haushaltslage des Marktes Egloffstein diese Maßnahme nur durch einen Zuschuss durch die Regierung von Oberfranken möglich war. Für nächstes Jahr ist die Freilegung des „Pfarrfelsens“ auf der gegenüberliegenden Talseite geplant.
