Dienstag, 20.11.2018

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Walkersbrunn ließ sich Kerwa nicht verderben

Anwohnerin hatte gegen das Fest eine Beschwerde eingelegt - 20.09.2017 22:00 Uhr

Was heißt hier Emissionsschutz? Zur Kerwa wird lautstark ein Baum aufgestellt. © Foto: Rolf Riedel


Nachdem die "Trautner-Obsthalle" aus Brandschutzgründen nicht mehr für die Veranstaltung genutzt werden kann, wurde daneben ein kleines Zelt für die vier Tage aufgestellt. Dagegen erhebt eine im Ort geborene Anwohnerin massiven Einspruch. Nun ist die Kirchweih ernsthaft in Gefahr.

Schon einmal, im Jahr 2000, hatten sich die damaligen "Walkersbrunner Buam" einem großen Druck ausgesetzt, als sie die Kirchweih zum ersten Mal am Ortseingang in einem großen Zelt begehen wollten. Um dieses Zelt auch zu füllen, hatten sie im Jahr 2008 "Die Seer" eingeladen und die finanziellen Auswirkungen unterschätzt. Das Fest endete in einem finanziellen Desaster mit dem die damaligen Vorstände lange Zeit zu kämpfen hatten. Erst einige großzügige Sponsoren konnten schließlich die Angelegenheit zu Ende bringen.

Diesmal will die Anwohnerin die traditionell stattfindende Kirchweih auf dem Nachbargrundstück mit dem Hinweis auf "emissionsschutzrechtliche Bedenken" verhindern. Sie bezog sich dabei auf ein Schreiben des Land-ratsamtes Forchheim aus dem Jahr 2001, das der Stadt Gräfenberg die Zustimmung zur Nutzung eines Platzes als Erholungsanlage "nicht in Aussicht" gestellt hatte. Dieser Grundsatz, so argumentiert die Bewohnerin sei auch auf das Kerwazelt anzuwenden.

Die Veranstalter der diesjährigen Kirchweih konnten zwar wegen der für die Abwicklung dieser Veranstaltung schon vor dem Einspruch abgeschlossenen Verträge eine Untersagung verhindern, weil sie die Beschwerdeführerin mit Regresszahlungen in die Pflicht nehmen wollten, doch das gilt die nächsten Jahre nicht mehr.

Über Festplatz wird gesprochen

Im Jahr 2021 werden in dem Gräfenberger Ortsteil Walkersbrunn 1000 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung vergangen sein. Deshalb wird in Kürze eine Sitzung der Vorstände aller Walkersbrunner Ortsvereine zur Vorbereitung einer 1000-Jahr-Feier stattfinden. Dabei wird es auch um einen Festplatz gehen, bei dem nicht mit Einsprüchen von Nachbarn gerechnet werden muss.

Das alles hat zwar die Walkersbrunner Kirchweih 2017 überschattet, aber die Bewohner des Gräfenbergers Ortsteils nicht davon abgehalten "ihre" Kirchweih ordentlich zu feiern, zumal das Wetter dabei mitspielte. Am Freitagabend war Stimmung mit "Die Zwaa", am Samstagnachmittag wurde in die Hände gespuckt und mit viel "Hauruck" der Baum aufgestellt. Die Original Schwabachtaler Musikanten halfen musikalisch mit.

Abends war das Team von "Schalu" am Zug, am Sonntagnachmittag dann wieder die "Schwabachtaler". Zum Dämmerschoppen unterhielt Günther Hammerandt die Besucher. Am Montagfrüh trafen sich die Handwerker und richtig los war dann wieder etwas am Abend, als sich gegen 20 Uhr das Zelt füllte, das "Frankenlandecho" zuerst zur Unterhaltung und dann zum "Baum austanzen" aufspielte, bis der Wecker schellte. Jetzt braucht es in Walkersbrunn "Hirnschmalz", um alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit auch 2018 eine Traditions-Kirchweih stattfinden kann. 

ROLF RIEDEL

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