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Weilersbach: Die dritte Kerwa ist die allerschönste

An Pfingsten wird auf Fest der Weilersbacher Musikanten viel geboten - 18.05.2018 11:00 Uhr

Die Weilersbacher Musikanten waren im vergangenen Jahr bei einem Festzug in Lavis im italienischen Trentino mit dabei. © Heidi Amon


Es ist ein Fest mit viel Liebe zur Musik, fränkischen Bräuchen und einem herzlichen Charakter. Beliebt bei jung und alt und aus Weilersbachs Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Und das seit 39 Jahren, seit 1979. Doch alles hat einmal einen Anfang.

Nur wenige kennen den Ursprung der Musikerkerwa, die nicht aus einer Feierlaune heraus entstand, sondern vor einem religiösen Hintergrund. Darüber sprachen Vorsitzender Stephan Roppelt, Heimat- und Brauchtumspfleger Bernhard Hack und der ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende, Willi Übelacker.

Am Pfingstwochenende 1972 wurde die neue St. Anna-Kirche, ein Erweiterungsbau der altehrwürdigen Wallfahrtskirche in Unterweilersbach, durch Erzbischof Dr. Josef Schneider eingeweiht. Durch den Kirchenneubau wurde das Gemeinschaftsgefühl der Bevölkerung von Unterweilersbach und Oberweilersbach wesentlich bestärkt und gefördert.

Seit altersher feiert Unterweilersbach seine Kirchweih am ersten Sonntag nach Maria Heimsuchung (02. Juli) und Oberweilersbach am Sonntag nach Maria Himmelfahrt. Doch was war nun mit einem Kirchweihfest, das in Zukunft an die Weihe der neuen St.-Anna-Kirche erinnern sollte? Es war der Wunsch des damaligen Pfarrers, Geistlicher Rat Alfred Mayer, in Weilersbach nur noch eine Kirchweih zu feiern, die sich nach dem Weihetag von Neu-St.-Anna richtet, also an Pfingsten.

Mit diesem Ansinnen konnten sich die Oberweilersbacher und Unterweilersbacher Bürger überhaupt nicht anfreunden. Doch wie sollte es nun mit der Neu-St.-Anna-Kirchenweihe weitergehen? Erste Versuche der Pfarrei, im Gasthaus Nagengast („Schnörla“) eine Kirchweih zu feiern, die an den Weihetag der neuen St.-Anna-Kirche erinnert, verliefen im Sand.
Dann kam das Jahr 1979. Der Musikverein beschloss, ein Kirchweihfest auszurichten, das auf die Weihe von Neu-St.-Anna zurückgeht.

Hauptinitiator war der seinerzeitige, bereits verstorbene Vorsitzende Hans Gath. „Ein Mann, der sich um den Musikverein und sein Weilersbach sehr verdient gemacht hatte“, so die Erinnerungen. Es war auch eine sehr schwierige Entscheidung, diese Kirchweih ins Leben zu rufen, wusste Hack. 1979 wurde langsam damit begonnen, in einem kleinen Rahmen zu feiern. Schon 1980 wurde das erste Zelt aufgestellt, im Gemeinde-Mitteilungsblatt vom Mai 1980 war zu lesen: „Zur Erinnerung an die Weihe unserer neuen Kirche hält der Musikverein am 17. und 18. Mai eine Kirchweih ab.“

1984 hielt der ehemalige Seelsorger Geistlicher Rat Adolf Schrenk den ersten Gottesdienst im Gedächtnis an die Weihe der neuen Kirche 1972. Auch die fränkischen Bräuche wie Baam-Aufstellen, Betzn-Austanzen und anderes lebte wieder auf. Heute ist die Musikerkerwa eine der wichtigsten und beliebtesten Veranstaltungen in Weilersbach und ein Besuchermagnet.

Willi Übelacker, der ein sehr großer St.-Anna-Verehrer ist, ist sich jedenfalls sicher „dass die Hl. Mutter Anna spürbar mitgewirkt hat, als die Musiker diese Kirchweih übernommen haben“, bekräftigte der 87-jährige Weilersbacher, der sehr froh darüber ist, dass sich so alles zum Guten gewendet hat.

Das Programm am Pfingstwochenende:

Freitag, 18. Mai, 19 Uhr, Bieranstich, DJ Seppo 90er meets Schlager, Cocktailabend und 50 Liter Freibier;

Samstag, 19. Mai, 15.30 Uhr, Aufstellen des Kirchweihbaumes mit Musikverein Buttenheim, 19 Uhr, Stimmung mit der Partyband „DOCHRINNA“;

Pfingstsonntag, 20 Mai, 10 Uhr, Politischer Frühschoppen, 11.30 Uhr, Mittagstisch im Festzelt; 15 Uhr, Aufstellen des Kinder-Kirchweihbaumes, 19 Uhr, Unterhaltung mit den Leutenbacher Musikanten;

Pfingstmontag, 21. Mai, 9 Uhr, Kirchweihgottesdienst im Festzelt, dann Weißwurstfrühschoppen mit den Weilersbacher Musikanten, 16 Uhr, Betzenaustanzen, Stimmungs- und Unterhaltungsabend mit dem Musikverein Pinzberg.

  

Heidi Amon

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