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Weißenohe: Primiz im Heimatort

Florian Sassik ist schon der zweite katholische Pfarrer in seiner Familie - 27.06.2017 14:40 Uhr

Florian Sassik (mit Weihrauch) wurde feierlich als Neupriester aufgenommen. Seine erste Pfarrstelle: Coburg. © Foto: Riedel


Dort zog Sassik mit seinen Mitbrüdern feierlich ein. Mit dabei war auch Phillip Janek, der mit ihm zusammen am Vortag im Bamberger Dom die Priesterweihe empfangen hatte. Ortspfarrer Andreas Hornung erinnerte sich 25 Jahre zurück, als er seine Primiz begehen konnte. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johannes Harwig sah die Gemeinschaft des Neupriesters mit seiner Heimatgemeinde bestätigt, weil dieser den Ausspruch "Daham is daham" getätigt hatte.

Zuneigung gespürt

Diese Zuneigung spürte Florian Sassik auch bei seinem feierlichen Einzug in die St. Bonifatiuskirche. "Ich schwebe auf einer Wolke, getragen von den vielen lieben Menschen", sagte er. Die Gemeinde stimmte das "Gloria" an, dem die Lesung aus Thessalonicher 5 folgte.

Den Primizspruch: "Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt" nahm Abt Beda Maria Sonnenberg zum Inhalt seiner Primizpredigt: "Was wir bei Matthäus am Schluss lesen, steht bei unserem Primizianten am Anfang. Matthäi am Letzten oder Sassik am Anfang ist in etwa gleich", stellte der Abt aus dem Benediktinerorden fest.

"Panta rhei", die Sentenz des griechischen Philosophen Heraklit ("alles fließt"), hatte er ausgesucht und übertrug das Bild einer Wasseruhr oder eines römischen Brunnens, um die Aufgaben eines Priesters zu definieren: "Wasser rinnt, es bleibt immer gleich, nur das Gefäß ändert sich, auch im Leben geht nichts verloren, es ändert sich nur." Den Weg eines Priesters verglich er mit einer Schifffahrt von einem Hafen zum anderen, und die Aufgabe eines Priesters sah er darin die Menschen in ihrem Boot zu begleiten. Der aus Neunkirchen am Brand stammende Abt erkannte im Hinblick auf das ehemalige Benediktinerkloster in Weißenohe gewisse Berührungspunkte: "Raushalten und Distanz", so gab der Primizprediger dem Neupriester mit auf den Weg, "geht gar nicht. Es geht um Mitgehen und Gemeinschaft. Wir dürfen uns nie den Menschen entziehen, wir sind ein Teil von ihnen."

Viele Gäste

Die Primiz mitzufeiern waren eine ganze Reihe von Priestern aus der Region gekommen, an der Spitze der ehemalige Weihbischof Werner Radspieler, auch der langjährige Weißenoher Pfarrer Wolfgang Kuntze, auch Pfarrer Jimmy schloss sich den Mitbrüdern an.

Mit dabei der Landtagsabgeordnete Thorsten Glauber (FW) und Landrat Hermann Ulm (CSU). Er überreichte dem ab September in Coburg tätigen Neupriester einen Heimatband, damit ihn das Gefühl "Daham ist daham" nicht verlasse.

Die Gräfenberger Pfarrerin Ruth Neufeld überreichte ein evangelisches Gesangbuch im Hinblick auf die Ökumene in der Lutherstadt Coburg. Die Kindergartenkinder überbrachten Blumen, die Männer vom Gesangverein gratulierten mit einem Liedvortrag. Zum ersten Mal durfte Neupriester Sassik die Gabenbereitung durchführen, eine liturgische Handlung, die ihn sichtlich bewegte.

Nach dem Schluss des Gottesdienstes traf sich die Familie in der Lillachtalhalle in Weißenohe um den Tag gemeinsam zu begehen. Danach spendete der Primiziant den Gläubigen in der Pfarrkirche St. Bonifatius den Primizsegen. Mit einer Dankandacht wurde der Festtag beschlossen. 

ROLF RIEDEL

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