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Als der Bebauungsplan vor zwölf Jahren aufgestellt wurde, gab es eine konkrete Anfrage einer Freikirche, erinnert sich Stadtplaner Alexander Dworschak. Darauf wurde der Plan damals abgestimmt. Zum Kirchenbau kam es aber nicht. Das Gelände an der Ecke Balthasar-Schönfelder-Straße wartet seitdem auf eine neue Nutzung. Bereits vergangenen Herbst hatte das Bäckerei-Unternehmen Der Beck GmbH Interesse angemeldet und wollte dort einen zweiten Drive-In errichten.
Der erste seiner Art wurde 2008 an der Bayreuther Straße, Ecke Heinrich-Soldan-Straße, errichtet. Mit Erfolg: „Wir sind sehr zufrieden und denken, dass an der Bayreuther Straße noch Potenzial ist für eine zweite Filiale. Zumal sich das Grundstück auf der anderen Straßenseite stadteinwärts befindet“, erklärt Ralph Heinke, bei Der Beck zuständig für die Immobilienverwaltung.
Die Anwohner allerdings befürchten mehr Verkehr und Parkplatzprobleme wenn die Bäckerei eröffnet. Auch die Verantwortlichen des Montessori-Kindergartens, der dahinter liegt, haben Bedenken angemeldet, erklärte Bauamtsleiter Gerhard Zedler im Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrats.
Der Beck hat sein Konzept inzwischen von der Drive-In-Variante in ein Tagescafé mit Terrasse und Parkplätzen umgewandelt. Für die Stadträte war der Tagesordnungspunkt willkommener Anlass, das eigene unternehmerische Wissen an den Mann zu bringen. Freie Wähler und SPD sprachen von einer Inflation an Tagescafés in Forchheim allgemein und speziell entlang der Bayreuther Straße und bezweifelten, ob ein weiterer Laden noch Sinn mache.
Die CSU und auch die Forchheimer Grünen machten darauf aufmerksam, dass es nicht Angelegenheit der Stadträte sei, sich in unternehmerische Entscheidungen einzumischen. „Die Frage ist doch, was kommt sonst? Das Wohngebiet ist riesig und der bisherige Beck immer voll“, so FGL-Stadträtin Edith Fießer.
Bliebe noch die Frage der Ein- und Ausfahrt zu den Parkplätzen. Zur Diskussion stehen die Balthasar-Schönfelder-Straße und eine direkte Ausfahrt zur Bayreuther Straße. Um das zu entscheiden, wollten die Stadträte nochmals Der Beck konsultieren. Fazit: Der Tagesordnungspunkt wurde zurückgestellt.
Für Der Beck ist auf Nachfrage der NN entscheidend, „dass man mit dem Auto das Tagescafé gut anfahren kann und dass es gut sichtbar ist“, betont Ralph Heinke. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen werde oft überschätzt. An der Bayreuther Straße herrsche bereits ein Lärmpegel, so dass die Kunden-Pkw nicht ins Gewicht fallen würden. Außerdem sei die Filiale auch ein Angebot für die Bürger im angrenzenden Wohngebiet, die das Geschäft zu Fuß erreichen könnten.
Fünf Läden mit Café betreibt Der Beck bereits in Forchheim und befindet sich weiter auf Expansionskurs. „Die Kaufkraft ist vorhanden.“ An der Hafenstraße im Süden war in den vergangenen Monaten ein Engagement gescheitert (wir berichteten).
