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Wie viele neue Nachbarn sind zu viel?

Bebauungsplan für Projekt Sonnenpark steht vor Entscheidung — Anwohner kritisieren zu dichte Bauweise - 04.02.2013 10:00 Uhr

FORCHHEIM  - Statt auf der grünen Wiese wird in Forchheim derzeit viel auf freien Flächen in Wohngebieten gebaut. Ganz neu etwa sind die Pläne für das Redemptoristenkloster. Während die Stadträte hier auf eine lockere Bauweise drängen, fühlen sich die Anwohner des geplanten Bauprojekts Sonnenpark an der Bayreuther Straße im Stich gelassen. Sie haben Angst vor „riesigen Wohnblöcken“, die wie ein „Fremdkörper“ in ihre Nachbarschaft gepflanzt werden. Jetzt fällt die Entscheidung.

Klaus Friesleben ist einer der Anwohner, der sich gegen dichte Bebauung auf dem Grundstück des ehemaligen evangelischen St.Johannis-Kindergartens wehrt. Das Plakat zeigt den Investoren-Entwurf.
Klaus Friesleben ist einer der Anwohner, der sich gegen dichte Bebauung auf dem Grundstück des ehemaligen evangelischen St.Johannis-Kindergartens wehrt. Das Plakat zeigt den Investoren-Entwurf.
Foto: Edgar Pfrogner
Klaus Friesleben ist einer der Anwohner, der sich gegen dichte Bebauung auf dem Grundstück des ehemaligen evangelischen St.Johannis-Kindergartens wehrt. Das Plakat zeigt den Investoren-Entwurf.
Klaus Friesleben ist einer der Anwohner, der sich gegen dichte Bebauung auf dem Grundstück des ehemaligen evangelischen St.Johannis-Kindergartens wehrt. Das Plakat zeigt den Investoren-Entwurf.
Foto: Edgar Pfrogner

Vier Mehrfamilienhäuser sollen auf dem Grundstück des ehemaligen evangelischen Kindergartens St. Johannis gebaut werden. Im Planungsausschuss an diesem Montag werden die Stadträte über den Bebauungsplan endgültig entscheiden. Schon seit Monaten wehren sich die Anwohner der Sudeten-, Färber-, Hans-Räbel- und Braunauer Straße dagegen (wir berichteten). Ihrer Meinung nach geht die Art der Nachverdichtung auf Kosten ihrer Wohnqualität. Zu viele Wohnungen auf zu engem Raum produzierten die Gefahr einer Ghettoisierung, Verkehrschaos sei programmiert.

Einiges haben sie schon für ihr Ziel einer „behutsamen Nachverdichtung“ erreicht. Durch Gespräche mit dem Investor und der Stadt wurden die Parkplätze unter die Erde verlegt, eine Tiefgarage wird gebaut. Außerdem wurde der größte der vier Häuserblocks (drei mal 28 Meter) um drei Meter gekürzt. Statt ursprünglich 26 Wohnungen sollen nur noch 24 gebaut werden. Mehr Zugeständnisse würde der Investor nur machen, wenn ihm die Nachbarn den Gewinnausfall zahlen würden, hatte er Ende des Jahres erklärt.


Das Ziel der Anwohner: 15 Wohnungen genügen, sagen sie und haben noch mal alle Kräfte mobilisiert. Ende des Jahres hat Oberbürgermeister Franz Stumpf eine Liste mit zirka 300 Unterschriften erhalten. Mit Plakaten machen sie auf die Situation aufmerksam. Dabei geht es auch um eine 92-jährige Mieterin, die in einem Haus in der Sudetenstraße wohnt, das abgerissen werden soll.

Anderswo werde ja auch auf die Bürger gehört, betont Klaus Friesleben, einer der Organisatoren des Widerstands, in einem Brief, den er an alle Stadträte des Planungsausschusses geschrieben hat. Beim Projekt Hornschuchpark etwas weiter stadtauswärts an der Bayreuther Straße bleiben die Bäume stehen, bei ihnen wurde abgeholzt.

In Baiersdorf sollen sich auf dem Gelände der ehemaligen Mälzerei die Neubauten der Umgebung mit historischen Satteldächern anpassen, bei ihnen werden Flachdach-Wohnblocks hingestellt. Außerdem soll die Bauweise dort lockerer werden. Mit dem Brief, so hofft Friesleben, kann er einige Stadträte noch zum Umdenken bewegen. Bislang spricht sich die Mehrheit der Fraktionen für die bereits erreichte Kompromisslösung aus. Nur Freie Wähler und SPD üben noch Kritik.

Bisher dichter bebaut

Die Verwaltung empfiehlt, dem Plan des Investors zuzustimmen. „Den Bürgern wurde entgegengekommen, alle Abstände werden eingehalten, der Lärm überschreitet keine Grenze“, zählt Bauamtsleiter Gerhard Zedler die Argumente auf. Sein Schlüsselsatz: Das alte Stadtviertel drumherum sei sogar dichter bebaut als es bald auf dem ehemaligen Grundstück des Kindergartens der Fall sein werde.

Flachdächer hält Zedler für durchaus vertretbar. Die Gegend entlang der Bayreuther Straße sei bereits durchsetzt mit Flachdach-Bauten. Mit der 92-jährigen Mieterin habe man sich seines Wissens nach geeinigt. Und was die Bäume anbelangt, sagt Zedler, sei nur ein einziger unter Schutz gestanden und den habe man erhalten. „Nachverdichtung ist derzeit ein großes Thema. Die meisten Projekte sind nicht miteinander vergleichbar, aber wir bemühen uns jedes Mal, ein gutes Maß zu finden.“ 

VON BEKE MAISCH


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