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Sonntag, 23.09.2018

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Wiesenthau: Stahlkorsett für Walpurgiskapelle

Heimatverein Forchheim übergab Scheck für Renovierung - 20.04.2018 15:54 Uhr

Die Walpurgiskapelle ist vermutlich älter als sie aussieht, eine Renovierung, für die es einen Scheck der Heimatfreunde gibt, also kein Luxus. © Fotos: Franz Galster


Das Wetter war wie gemacht für den spendablen Ortstermin, als der Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter George, auf dem Berg den Scheck an Pfarrer Michael Gehret von der Pfarrei St. Matthäus in Wiesenthau überreichte.

1964 letzte Sanierung

Dabei waren auch Eduard Nöth vom Landesverband Bayerische Denkmalpflege, Karl Heinz Distler vom Verein zur Wahrung Fränkischen Brauchtums, Evi Rossa vom Heimatverein und Kapellenpfleger Otto Roppelt. Die Walpurgiskapelle steht auf Kirchehrenbacher Grund und ist ein prägender Bestandteil der Silhouette des Berges. Das Kirchlein weist inzwischen bedenkliche Baumängel auf. 1964 fand die letzte Renovierung statt. Kostenschätzungen für die Überarbeitung liegen bei 205 000 Euro, wobei rund 100 000 Euro denkmalschützerischen Aufwendungen geschuldet sind.

Pfarrer Gehret berichtete von den Folgen der zurückliegenden zwei Winter. Von der Dachseite in Richtung Rodenstein fielen Ziegel herunter und bei einer Besichtigung offenbarten sich bedenkliche Mängel im Dachstuhl, den man bisher in die Zeit um 1740 datiert habe. Aus Inschriften am Balkengerüst könne man aber schließen, dass das Dachgebälk vermutlich schon aus dem 15. Jahrhundert stammt, also eine unbedingte Motivation zur Erhaltung.

Eine Studiengruppe vom geologischen Institut Bayreuth stellte unlängst Verwerfungen im Berg fest, der für den starken Mauerriss auf der rechten Seite des Eingangs ursächlich sein könnte. Eine Verpressung oder ein Stahlgürtel könnten das Gebäude stabilisieren. Ein neuer Putz, eine renovierte Holzdecke innen, die Treppe zur Empore, ein neuer Fußboden und ein ganzheitliches Raumkonzept würden die Walpurgiskapelle neu strahlen lassen, so Pfarrer Gehret.

Diözesanarchitekt Florian Selig wird die Renovierung betreuen, die im Juni beginnt und bis Weihnachten abgeschlossen sein könnte. Zur Wiedereröffnung im Mai 2019 könnte Erzbischof Ludwig Schick einen Festgottesdienst halten.

Jedes Scherflein ist willkommen

Spender Dieter George erinnerte an die Bedeutung des Zeugenbergs Walberla, der in seiner Form verwandt sei mit dem Staffelberg. In der Keltenzeit könnte hier die größte Stadt der Gegend existiert haben, was Ausgrabungen bestätigen. Pfarrer Gehret erklärte dann die Historie der christlichen Patronin des Walberlas. Walpurgis war die Schwester von Wunibald und Willibald, dies schafft wiederum die Verbindung zu Eichstädt, wo Willibald gewirkt hat.

Geologische Verwerfungen bedingen den Mauerriss in der Kapellenwand.


Die Spende des Heimatvereins geht zurück auf den Losverkauf beim Weihnachtsmarkt. Dieter George hoffte, dass viele dem Beispiel folgen werden. Eduard Nöth stellte die Bezuschussung durch Denkmalpflege und Oberfrankenstiftung in Aussicht. Bezirksheimatpfleger Günter Dippolt erstellt ein entsprechendes Gutachten. Pfarrer Gehret muss für die Förderanträge die Finanzplanung vorlegen, wobei auf großzügige Unterstützung des Erzbistums gehofft wird. Die umliegenden Dörfer, aber auch Freunde weit über das Frankenland hinaus, signalisierten bereits Unterstützung. Am Walberlafest wartet ein Spendensparschein auf die vielen Besucher.

Nächste Termine: Sternenwallfahrt am 29. April, Festgottesdienst 1. Mai um 9.30 Uhr, Walberlafest 6. Mai, Maiandacht im Mai jeweils am Samstag und Sonntag um 16.30 Uhr. Ab Juni wegen Renovierung geschlossen. 

FRANZ GALSTER

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